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Karstadt Leipzig droht Schließung

Der Eigentümer der Immobilie kündigt dem Handelskonzern wegen Streit um die Miethöhe.

Von Sven Heitkamp, Leipzig

Das Karstadt-Warenhaus in der Leipziger Innenstadt muss um seinen angestammten Standort fürchten. Wie der Chef der Filiale, Michael Zielke, auf Anfrage bestätigte, wurde dem Konzern vom Eigentümer der Immobilie vor Ostern zum 31. März nächsten Jahres gekündigt. Damit drohe die Schließung der erfolgreichen Filiale. Die Mitarbeiter seien am Donnerstagmorgen im hauseigenen Restaurant über den neuen Stand der Dinge informiert worden.

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Mehr als 400 Menschen haben in dem Traditionshaus in der Leipziger Petersstraße einen Job. Karstadt selbst halte auch an dem Standort fest und wolle „um jeden Quadratmeter Verkaufsfläche kämpfen“, kündigte Zielke an. Man wolle weitere Verhandlungen führen. „Wir können heute nur versprechen, alles dafür zu tun, um in Leipzig zu bleiben“, schrieb der Haus-Chef in einem Brief an die Mitarbeiter. Er appellierte zugleich an die Kollegen, dazu beizutragen, das erfolgreiche Warenhaus in Leipzig am Leben zu erhalten. „Die Erfolgsgeschichte von Karstadt Leipzig hat länger als 100 Jahre gedauert und sie würde weiterbestehen, wenn die neuen Eigentümer ein Interesse daran zeigten.“

Nach Schätzungen von Branchenkennern zahlt Karstadt für seine 34 000 Quadratmeter bereits jetzt mehrere Millionen Euro Miete. Damit sollen die Kosten für das Haus an der besten Adresse in der Leipziger Innenstadt schon jetzt über branchenüblichen Preisen liegen, heißt es. Dennoch wollen die neuen Eigentümer die Miete nun um weitere zwei Drittel erhöhen, wie berichtet wird. Damit sei es Karstadt in Leipzig nicht mehr möglich, schwarze Zahlen zu schreiben. Schon seit Anfang des Jahres seien Verhandlungen mit dem Eigentümer geführt worden. Bisher habe der Handelskonzern aber keine „wirtschaftlich tragfähige Alternative“ angeboten bekommen, berichtete Zielke.

Bei dem Vermieter soll es sich laut Medienberichten um eine Luxemburger Tochter des Schweizer Finanzunternehmens Even Capital handeln, dem auch andere Innenstadt-Objekte in Leipzig gehören sollen. Die Karstadt-Immobilie gehört ihr den Berichten zufolge erst seit Spätsommer vorigen Jahres. Der Handelskonzern hatte das Haus 2002 zusammen mit anderen Karstadt-Immobilien an einen Fonds verkauft.