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Karstadt schrumpft seine Mannschaft

Nach einem vertraulichen Strategiepapier sollen knapp 1 300 Jobs in Filialen gestrichen werden.

Bayreuth/Essen. Der angeschlagene Warenhauskonzern Karstadt will nach einem Medienbericht das Personal in seinen 83 Warenhäusern kräftig ausdünnen. Insgesamt solle die Zahl der Vollzeitstellen in den Filialen bis zum kommenden Jahr um 1 271 auf 8 170 reduziert werden, berichtete der Nordbayerische Kurier unter Berufung auf ein vertrauliches Strategiepapier des Konzerns. Dies entspreche einem Personalabbau von rund 14 Prozent. In einigen Filialen solle sogar mehr als ein Viertel des Personals abgebaut werden. Karstadt-Sprecher Stefan Hartwig wollte den Bericht nicht kommentieren.

Nach früheren Angaben der Gewerkschaft Verdi plant die Unternehmensführung neben der bereits beschlossenen Schließung von sechs Häusern den Abbau von insgesamt rund 2 000 Stellen. Auch Hunderte von Stellen in der Essener Zentrale sollen demnach wegfallen. Um Verwaltungsaufgaben zu bündeln, sei zudem die Einführung von sogenannten „Kopffilialen“ geplant, denen eine Reihe von Karstadt-Häusern untergeordnet werden solle.

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Der Hintergrund: Auch nach dem Einstieg des österreichischen Immobilieninvestors René Benko kämpft die Warenhauskette weiterhin mit sinkenden Umsätzen. Im wichtigen Weihnachtsgeschäft blieben die Umsätze deutlich unter dem Vorjahresniveau. Finanzvorstand Miguel Müllenbach hatte deshalb in einem Mitarbeiterbrief Anfang Januar die Notwendigkeit einer harten Sanierung des Essener Unternehmens bekräftigt. „Es besteht kein Zweifel daran, dass einschneidende Veränderungen auf der Fläche in den Filialen und insbesondere auch im Service Center in Essen unausweichlich sind“, betonte er. (dpa)