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Wirtschaft

Karstadt Sports schließt 20 von 30 Filialen

62 Warenhäuser will Karstadt Kaufhof in Deutschland schließen, dazu 20 Filialen der Tochter Karstadt Sports. Das könnte weitreichende Folgen haben.

Die Filiale von Karstadt Sports an der Frankfurter Hauptwache.
Die Filiale von Karstadt Sports an der Frankfurter Hauptwache. © Arne Dedert/dpa

Essen. Zusätzlich zur geplanten Schließung von Dutzenden Filialen der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof sollen auch 20 der 30 Niederlassungen der Tochter Karstadt Sports dicht machen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstag. Die Verhandlungen hätten bis zum frühen Morgen gedauert, hieß es. Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" darüber berichtet. (Paywall)

Nach Informationen der Zeitung sollen unter anderem die Standorte in Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Hamburg und München sowie die Hauptverwaltung von Karstadt Sports in Essen geschlossen werden. Insgesamt seien 700 Arbeitsplätze betroffen. Eine Liste, welche Filialen dicht gemacht werden sollen, lag zunächst nicht vor. In Sachsen gibt es eine Karstadt Sports-Filiale in Dresden. Ob auch diese geschlossen wird, ist unklar.

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Der angeschlagene Warenhauskonzern hatte am Vortag die Schließung von 62 seiner 172 Häuser angekündigt. Nach Angaben des Gesamtbetriebsrates werden dadurch insgesamt 5.317 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren. Der Konzern hat derzeit noch 28.000 Beschäftigte. Ursprünglich hatte die Geschäftsführung sogar bis zu 80 Geschäfte dicht machen wollen.

Sterben die Innenstädte aus?

Die Geschäftsführung von Galeria Karstadt Kaufhof hatte die Maßnahmen am Freitag als unvermeidlich bezeichnet. "Wir wissen, was dies für die betroffenen Mitarbeiter bedeutet. Aber dieser Schritt ist ohne Alternative, weil diese Filialen den Gesamtbestand des Unternehmens gefährden", sagte der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz.

Angesichts der angekündigten Schließungen warnen Kommunen und Politik vor einem Aussterben der Innenstädte. "Die betroffenen Kommunen müssen gemeinsam mit dem Handel und den Immobilieneigentümern Zukunftsstrategien erarbeiten", sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). Eine zentrale Rolle komme den Immobilieneigentümern zu.

Der Center-Manager ECE als einer der großen Vermieter kündigte weitere Gespräche an. "Solange noch nichts endgültig entschieden ist, wollen wir versuchen, weiter mit Karstadt Kaufhof zu verhandeln und für die Standorte zu kämpfen", sagte Steffen Eric Friedlein, Geschäftsführer Vermietung der ECE, am Samstag in Hamburg. 12 der 172 Standorte des Konzerns befinden sich - oftmals schon seit Jahrzehnten - in verschiedenen von der ECE betriebenen Shopping-Centern und seien zu einem großen Teil von den Schließungsplänen betroffen.

"Wir haben in den letzten Wochen mit viel Engagement und großem Einsatz zwischen Galeria Karstadt Kaufhof und den Eigentümern unserer Center vermittelt und sehr weitreichende Lösungsangebote erarbeitet, um Standortschließungen in unseren Centern zu vermeiden und die Arbeitsplätze in den Filialen zu erhalten", sagte Friedlein.

Neue Geschäftsmodelle gefragt

Die Grünen forderten, die Bundesregierung müsse "Kauf-vor-Ort"-Gutscheine einführen, um den stationären Einzelhandel sowie örtliche Dienstleistungen und Gastronomie zu unterstützen. "Innenstädte und Ortskerne dürfen nicht aussterben. Die Bundesregierung muss deshalb die Überbrückungshilfen dringend über August hinaus verlängern", sagte die wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Katharina Dröge.

Landsberg sagte der "Passauer Neuen Presse", Galeria Karstadt Kaufhof stehe stellvertretend für die Krise vieler stationärer Händler, die durch die Corona-Pandemie verschärft worden sei. "Nach Schätzungen von Handelsexperten stehen 50.000 Einzelhändler vor der Pleite." Im Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag) betonte er, die Corona-Pandemie biete aber auch eine Chance: "Es muss uns gelingen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln - zum Beispiel Gemeinschaftskonzepte zwischen Handel, Gastronomie, Kultur, aber auch Büronutzungen." Weitere Schließungen müssten verhindert werden.

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Das Wohnen in Innenstädten könne attraktiver werden, zumal wegen des Trends zum Homeoffice weniger Büroräume gebraucht würden. "Ziel muss es sein, dem drohenden Ausbluten unserer Innenstädte aktiv zu begegnen", so Landsberg. Hierfür müssten sich Kommunen, Unternehmen, Insolvenzverwalter und Immobilieneigentümer an einen Tisch setzen. (dpa/SZ) 

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