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Kartoffeln gegen Löschtechnik

In den Anfangsjahren fehlte es der Wehr am Nötigsten. Jetzt wird das 70. Jubiläum gefeiert.

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© dpa

Von Thomas Drendel

Leppersdorf. Jede Stadt ist stolz auf ihre erste Erwähnung. Meist ist es eine Urkunde oder ein Vertrag, in dem die Kommune erstmalig genannt wird. So ein ähnliches Papier kann auch die Feuerwehr Leppersdorf vorweisen. Es handelt sich um die Bestellung einer Sirene. Die Rechnung stammt vom 6. Juli 1946 und ist der erste Beleg für die neu gegründete Feuerwehr Leppersdorf, quasi die erste urkundliche Erwähnung. An den Tagen zuvor war in Leppersdorf eine Spendenbüchse herumgereicht worden. Rund 1 800 Mark kamen zusammen. Von dem Geld wurde besagte Sirene gekauft, anschließend ein Hänger, eine Spritze und einige Schläuche. „Da dies als Ausstattung für eine richtige Feuerwehr nicht reichte, griffen die Leppersdorfer zu anderen Mitteln“, erzählt Thomas Redmer, Leiter der Leppersdorfer Wehr. Sie tauschten einen Zentner Kartoffeln gegen Saugschläuche. Für Druckschläuche mussten sie das Doppelte auf den Tisch legen. Bei der Gründungsfeier 1947 wurden ebenfalls säckeweise Naturalien gespendet: zwei Pfund Mehl, 20 Pfund Kartoffeln, fünf Pfund Birnen und eine Gurke.

Der 70. Jahrestag der Gründung der Leppersdorfer Feuerwehr in diesem Jahr wird eine Nummer größer gefeiert. Das Fest beginnt am Freitag, dem 3. Juni, mit einer U30-Party mit dem Studio 40 DJ Team. Der Eintritt ist frei. Für Sonnabend, den 4. Juni ist eine Schlagernacht mit den Stargästen Nora Luisa und Martin Fischer geplant. Der Eintritt kostet diesmal zwei Euro. Das Geld kommt der Jugendfeuerwehr zugute. Der Sonntag gehört ganz der Feuerwehr. Um 11 Uhr ist eine Festveranstaltung vorgesehen. Anschließend laden die Kameraden zum Frühschoppen ein. Ab 14 Uhr gibt es die „Feuerwehr zum Anfassen“. Die Leppersdorfer stellen ihre Technik vor, das Infomobil der Kinder- und Jugendfeuerwehr steht bereit.