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Katastrophe bisher nicht gekannten Ausmaßes 

Sachsens Umweltminister findet für Sturm- und Dürreschäden im Wald drastische Worte. Die Opposition im Landtag warnt vor Folgen des Klimawandels.

Die Wälder sind von Dürre und Sturmschäden gezeichnet.
Die Wälder sind von Dürre und Sturmschäden gezeichnet. © Symbolfoto: Thomas Frey/dpa

Dresden. Ihre Namen klingen harmlos, doch was sie anrichten, ist verheerend. Die Stürme Paula, Friederike und Herwarth haben in Sachsens Wäldern zu Millionenschäden geführt. Agrar- und Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) sprach am Freitag im Landtag von einer Katastrophe, die ein bislang nicht gekanntes Ausmaß aufweise. Am Tag zuvor hatte das Parlament den Doppelhaushalt für Sachsen beschlossen. Darin ist die Schaffung eines Hilfsfonds für öffentliche und private Waldbesitzer in Höhe von rund 39,4 Millionen Euro geregelt.

Schmidt bezifferte die durch Sturm bedingten Holzschäden auf 2,6 Millionen Kubikmeter. Rund 600 000 Kubikmeter seien durch Borkenkäferbefall zerstört worden. Grünen Fraktionschef Wolfram Günther sagte: „Wir stehen mittendrin im Klimawandel.“ Dessen Ursachen müssten bekämpft werden. Mehrere Redner wiesen darauf hin, dass vor allem Fichten, die vor 40 bis 80 Jahren als Nutzholz gepflanzt wurden, vom Käferbefall betroffen seien. Diese vom Menschen geschaffene Monokultur sei ein Grund für die hohen Schäden. Fichten bildeten nach Sturm und Trockenheit kein Harz zur Käferabwehr mehr.

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Für die CDU wies Georg-Ludwig von Breitenbuch darauf hin, dass mit dem Geld der Abtransport des Holzes, aber auch Schutzmaßnahmen wie Netze und Fallen finanziert werden können. Volkmar Winkler (SPD) sagte, ein Borkenkäferpaar könne bis zu 100 000 Nachkommen haben. Das könne zum Befall von bis zu 400 Bäumen, etwa einem Hektar Wald, führen.

Jana Pinka von der Linken kritisierte, in der Vergangenheit sei Wald für den Braunkohleabbau abgeholzt worden. Für die AfD wies der Abgeordnete André Barth darauf hin, dass das Landesunternehmen Sachsenforst im Jahr 2008 eine Rücklage in Höhe des jetzigen Rettungsfonds aufgewiesen habe. Die sei allerdings für anderes verwandt worden. Nach CDU-Angaben wurden damit Stellen finanziert.