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Die Waldheimer sind spendabel

Für die Flutopfer füllen die Kunden des Blumengeschäftes Blattlaus eine Spendenbox. Darin steckt mehr als erwartet.

Ute Münch, Michaela Cyliax-Lidzba und Dominique Praetz (von links) vom Blumenladen Blattlaus in Waldheim freuen sich über die große Spendenbereitschaft ihrer Kunden.
Ute Münch, Michaela Cyliax-Lidzba und Dominique Praetz (von links) vom Blumenladen Blattlaus in Waldheim freuen sich über die große Spendenbereitschaft ihrer Kunden. © Lars Halbauer

Waldheim/Mittelsachsen. Fünf-, Zehn-, 50- aber auch 100-Euro-Scheine purzeln aus der Spendenfeuerwehr. Eine Woche lang hat diese im Blumengeschäft Blattlaus in Waldheim gestanden. Und nicht nur die Waldheimer haben sie gefüllt. Manche haben das Wechselgeld hineingesteckt, andere kamen nur in den Laden, um zu spenden.

Ein Roßweiner ist dafür extra nach Waldheim gefahren. Denn ihm war es wichtig, dass das Geld komplett bei denen ankommt, die es dringend benötigen, ohne, dass von dem Betrag noch Verwaltungs- oder ähnliche Kosten abgezogen werden.

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Das Geld hat die Inhaberin der Blattlaus Ute Münch mit ihrem Team für die Hochwasseropfer in Erftstadt gesammelt. Für manche Spender war die Zeit aber zu kurz.

Sie sind im Urlaub oder anderswo auf Arbeit. Aber sie möchten helfen. Deshalb hat Ute Münch von Stammkunden nicht nur einen Anruf erhalten, mit der Bitte, Geld auszulegen und die Feuerwehr zu stecken.

Sammelaktion geht weiter

Als die am Montag geöffnet wurde, waren Freude und Erstaunen gleichermaßen groß. Mit den Tageseinnahmen vom vergangenen Mittwoch kam ein Gesamtbetrag von 2.669,56 Euro zusammen.

Das Geld überweist Ute Münch sofort an die Stadtverwaltung Erftstadt, die sie bereits über die Sammelaktion informiert hatte. „Wir überlassen der Stadt, wem sie das Geld zur Verfügung stellt“, sagt Ute Münch. „Die Mitarbeiter wissen am besten, wo es gebraucht wird.“

Ursprünglich war die Spendenaktion begrenzt. Aber auch nachdem die Feuerwehrbox schon geöffnet war, kamen immer wieder Kunden, die etwas für die Flutopfer geben wollten. Deshalb nimmt Ute Münch auch weiterhin Spenden entgegen, die dann ebenfalls nach Erftstadt überwiesen werden sollen.

DRK und Johanniter bleiben länger

Gleichzeitig wird die Hilfe durch den mittelsächsischen Katastrophenschutz im Hochwassergebiet bis zum Mittwoch verlängert. „Ursprünglich sollte dieser Einsatz am Montag beendet werden“, teilt André Kaiser, Pressesprecher des Landratsamtes Mittelsachsen, mit.

23 ehrenamtliche Einsatzkräfte der Kreisverbände Döbeln-Hainichen und Freiberg des Deutschen Roten Kreuzes sowie die Johanniter-Unfall-Hilfe aus Leisnig sind im Gebiet von Sinzig in Rheinland-Pfalz für die Versorgung zuständig.

„Täglich kochen sie gut 1.000 Portionen für die Bewohner sowie Helfer. Am Wochenende gab es einen Personalwechsel“, erklärte die Leiterin des Referates Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz im Landratsamt Jana Lützner. Sie bedankt sich ausdrücklich für das Engagement bei allen helfenden Mittelsachsen.

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