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Döbelner Unternehmer stellt Bautrockner für Flutgeschädigte

Döbelns Immobilienunternehmer Wolfgang Müller stellt die Trockengeräte Betroffenen in der Sächsischen Schweiz zur Verfügung.

Jens Falke (links) vom Bauhof der Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna hat beim Döbelner Immobilienunternehmer Wolfgang Müller zehn Bautrockner abgeholt, die dieser kostenlos vom Hochwasser Betroffenen zur Verfügung stellt.
Jens Falke (links) vom Bauhof der Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna hat beim Döbelner Immobilienunternehmer Wolfgang Müller zehn Bautrockner abgeholt, die dieser kostenlos vom Hochwasser Betroffenen zur Verfügung stellt. © Jens Hoyer

Döbeln/Reinhardtsdorf-Schöna. Angesichts der extremen Zerstörungen durch das Hochwasser in der Eifel sind die Schäden, die der Starkregen in Sachsen verursacht hat, etwas in den Hintergrund getreten. Auch Regionen im Freistaat waren betroffen. Zum Beispiel die Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna in der Sächsischen Schweiz, wo am 17. Juli eine Flutwelle durch den Hirschgrund rauschte und größere Schäden an der Infrastruktur und auch privaten Häusern anrichtete.

Jens Falke vom Bauhof der Gemeinde hatte sich mit einem geliehenen Transporter am Donnerstag nach Döbeln aufgemacht. Mit dem gemeindeeigenen Multicar hätte das zu lange gedauert, meint er. Er holte Bautrockner beim Döbelner Immobilienunternehmer Wolfgang Müller ab.

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Reinhardtsdorf-Schöna hat Bedarf

Müller hatte erst in der Region Unna nachgefragt, wo er er früher als Chef einer Bank tätig war. In Fröndenberg seien nur ein paar Keller nass, meinte er. Die Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna in der Sächsischen Schweiz, wo er ebenfalls nachgefragte, meldete Bedarf an.

Am Donnerstag holte der Mitarbeiter des Bauhofs zehn Trockengeräte in Döbeln ab. Müller hatte die Geräte en gros nach dem Hochwasser 2013 gekauft, als viele seiner Häuser zum nun schon zweiten Mal unter Wasser standen.

„Ich hätte auch 20 Stück zur Verfügung stellen können“, sagte Müller. Das hatte er vor vier Jahren schon einmal getan, als er 20 der Geräte ins vom Hochwasser betroffene Harsleben bei Halberstadt gebracht und damit Hochwassergeschädigten geholfen hatte.

Große Schäden in der Sächsischen Schweiz

Bei den Überschwemmungen im Elbsandsteingebirge waren nach einer ersten Schätzung Schäden in Höhe von etwa 70 Millionen Euro entstanden, allein etwa 40 Millionen Euro entfielen auf die Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna und dort vor allem auf den Hirschgrund.

Das Wasser hat in dem engen Tal zum Teil Böschung samt Ufermauern sowie Teile der Straße weggerissen. Mehrere Privathäuser, ein Ferienheim und die historische Niedermühle sind betroffen, zudem die Kläranlage der Gemeinde. Allein der Wiederaufbau des Bachbettes und der bis zu 15 Meter hohen Stützmauern kosten Millionen, berichtete die Sächsische Zeitung.

Baupause in Döbeln befürchtet

Angesichts der Zerstörungen in der Eifel und auch in der der Sächsischen Schweiz befürchtet Müller, dass Döbeln bald wieder betroffen sein könnte. Die Arbeiten zum Ausbau der Flutmulde sind praktisch beendet. Aber es ist nicht in Sicht, dass an den Hochwasserschutzanlagen ohne Pause weitergebaut werden kann (DA berichtete).

Das Land Sachsen will zur Finanzierung EU-Fördermittel nutzen. Nach Müllers Ansicht hätte der Freistaat die Mittel mit einem vorfristigen Baubeginn schon beantragen können, damit ohne Verzug weitergehen kann.

„Wir müssen jetzt etwas tun, sonst saufen wir wieder ab. Die Stadt muss sich dafür stark machen, dass jetzt weitergebaut wird“, sagte Müller. Wenn es nach ihm ginge, würden die Döbelner mit Bussen nach Dresden fahren, um Druck zu machen.

Auch bei den geplanten Rückhaltebecken im Erzgebirge, die das Hochwasserrisiko für Döbeln deutlich senken, gibt es derzeit noch keinen Fortschritt. Gegen den Planfeststellungsbeschluss des Rückhaltebeckens in Oberbobritzsch war erfolgreich geklagt worden.

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