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Ein Bett im Rathaus: Wie Dresdens Ex-OB Roßberg die Flut 2002 erlebte

Ingolf Roßberg war Oberbürgermeister, als im August 2002 Dresden in den Fluten versank. 20 Jahre später erinnert er sich mit gemischten Gefühlen an die Katastrophe, die ihn viel Kraft, Nerven und später den Job gekostet hat.

Von Peter Ufer
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Im August 2002 stand er hier als Dresdner Oberbürgermeister in Gummistiefeln. Ingolf Roßberg 20 Jahre später am Laubegaster Elbufer.
Im August 2002 stand er hier als Dresdner Oberbürgermeister in Gummistiefeln. Ingolf Roßberg 20 Jahre später am Laubegaster Elbufer. © Jürgen Lösel

Ein Mann läuft das Elbufer entlang. „Alles so schön hier“, sagt er. „Aber wenn ich am Wasser stehe, fallen mir so viele dramatische Dinge von damals wieder ein.“ Genau hier in Laubegast, an der Ecke zur Fährstraße, stand dieser Mann auch vor 20 Jahren. In Gummistiefeln. Und in großer Sorge. Als Oberbürgermeister von Dresden. „Es muss der Abend des 15. Augusts 2002 gewesen sein“, sagt er. Der Abend, an dem die große Katastrophe so richtig beginnt. Ingolf Roßberg, heute 61 Jahre alt, erinnert sich:

Schon am Nachmittag sind die Bewohner mit Lautsprecherwagen informiert worden, sie sollen ihre Häuser verlassen. Nicht nur das Fährhaus unweit des Laubegaster Ufers steht unter Wasser, obwohl die Elbe an diesem Tag noch gar nicht ihre ganze Flutgewalt entwickelt hat.

Roßberg geht damals gegen 22 Uhr auf einen Mann mit Schaufel in der Hand zu. „Es war der Betreiber des Fährhauses, Herr Hesse, der gerade viel Geld in das jetzt überflutete Haus investiert hatte. Wir kamen ins Gespräch, und nach einer kurzen Weile sagte er: Er kann nicht mehr. Ich wusste im ersten Augenblick nicht recht, wie ich reagieren sollte. Da nahm ich Herrn Hesse einfach in den Arm. Und so standen wir einen langen Augenblick“, erzählt Roßberg.

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