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Pirna

Pirnas besondere Flut-Spendenaktion

Die Stadt bittet um Spendengelder für die Gemeinde Swisttal im Rhein-Sieg-Kreis - weil dorthin eine ganz spezielle Verbindung besteht.

Die Gemeinde Swisttal nach der Hochwasserkatastrophe: Schäden im zweistelligen Millionenbereich.
Die Gemeinde Swisttal nach der Hochwasserkatastrophe: Schäden im zweistelligen Millionenbereich. © Gemeinde Swisttal

Die Gemeinde Swisttal liegt im Rhein-Sieg-Kreis, ganz im äußersten Süden von Nordrhein-Westfalen. Reichlich 18.000 Menschen leben dort, durch den Ort fließt der Bach Swist, ein Zufluss der Erft.

Doch genau das wurde der Gemeinde vor einigen Tagen zum Verhängnis: Wegen der gewaltigen Niederschläge, die Mitte Juli über dem Westen Deutschlands niedergingen, schwollen Swist und Erft gewaltig an, das Wasser überflutete die Gemeinde. Der Rhein-Sieg-Kreis gehört zu den von der Hochwasserkatastrophe am stärksten betroffenen Regionen.

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80 Prozent des Gemeindegebietes betroffen

Wegen der enormen Überschwemmungen waren Menschen tagelang eingeschlossen, Häuser sind einsturzgefährdet, rund 80 Prozent des Gemeindegebietes von Swisttal sind mehr oder minder stark vom Hochwasser betroffen.

Seit Tagen laufen inzwischen die Aufräumarbeiten, das Swisttaler Rathaus ist aber noch immer nicht vollständig arbeitsfähig. Immerhin laufen aber die Server wieder, die das Hochwasser lahmgelegt hatte.

Und die Gemeinde braucht bald leistungsstarke Rechner, denn die Verwaltung rechnet in Kürze mit einem wahren Ansturm jener, die neue Ausweise oder andere Dokumente benötigen, die die Flut mit sich riss.

Von der Amtsleiterin zur Rathauschefin

Und genau für diese Gemeinde hat die Stadt Pirna jetzt einen speziellen Spendenaufruf gestartet, um die Opfer der Katastrophe finanziell zu unterstützen.

Zu diesem Ort hat Pirna eine ganz besondere Beziehung - in Gestalt einer ehemaligen Rathaus-Mitarbeiterin.

Petra Kalkbrenner, studierte Juristin, war von 1994 bis 1996 Rechtsamtsleiterin in Pirna, seit Oktober 2015 ist sie Bürgermeisterin der Gemeinde Swisttal. "Vor einigen Tagen hat sie uns um Hilfe gebeten", sagt Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos). Dieser Bitte will die Stadt, 2002 und 2013 selbst schwer vom Hochwasser gebeutelt, gern nachkommen.

Petra Kalkbrenner: Die frühere Pirnaer Rechtsamtsleiterin und jetzige Bürgermeisterin von Swisttal bittet Pirna um Spenden für die Opfer der Hochwasserkatastrophe.
Petra Kalkbrenner: Die frühere Pirnaer Rechtsamtsleiterin und jetzige Bürgermeisterin von Swisttal bittet Pirna um Spenden für die Opfer der Hochwasserkatastrophe. © privat

Es sind Tote zu beklagen

Auch Swisttal hat es schwer erwischt. Nach Auskunft von Petra Kalkbrenner sei die Gemeinde am 14. Juli von einer Naturkatastrophe eines bisher nicht vorstellbaren Ausmaßes getroffen worden.

Menschen mussten per Boot oder Hubschrauber gerettet werden. Sondereinheiten des Technischen Hilfswerkes, der Bundes- und Landespolizei, der DLRG und der Feuerwehr waren permanent vor Ort. Trotz allem, so die Bürgermeisterin, seien Tote zu beklagen.

Die Schäden an Infrastruktur und Wohngebäuden sind immens. Straßen und Brücken sind weggebrochen, müssen instand gesetzt oder gänzlich neu gebaut werden.

Für Kitas und Schulen braucht es rasch Ersatz. Wohnhäuser sind unbewohnbar oder müssen sogar abgerissen werden.

Das finanzielle Ausmaß der Schäden wird zurzeit noch ermittelt, dürfte aber einen zweistelligen Millionenbetrag erreichen.

Da Pirna selbst nach den schweren Fluten 2002 und 2013 große Hilfe und Anteilnahme von außen zuteil wurde, bittet Hanke die Pirnaer nun, recht zahlreich für Swisttal zu spenden.

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Für die Opfer der Katastrophe hat die Gemeinde Swisttal zwei Spendenkonten eingerichtet:

  • Raiffeisenbank Rheinbach-Voreifel eG, IBAN DE76 3706 9627 0300 2160 21, Verwendungszweck "Hochwasser Swisttal 2021"
  • Kreissparkasse Köln, IBAN DE41 3705 0299 0059 0023 50, Verwendungszweck "Hochwasser Swisttal 2021"

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