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Pirna

SOE: So hilft die Region den Flutopfern in Westdeutschland

Landwirte aus der Region sammeln für ihre Berufsgenossen, in Pirna sollen Sportgeräte versteigert werden. So wird den Opfern des Hochwassers geholfen.

Rettungskräfte sind nach dem Hochwasser in Marienthal in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Die Flut hat auch hier zahlreiche Häuser zerstört
Rettungskräfte sind nach dem Hochwasser in Marienthal in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Die Flut hat auch hier zahlreiche Häuser zerstört © dpa

Hortkinder sammeln für Flutopfer

In Glashütte wird weiter für die Flutopfer in der Gemeinde Kordel in Rheinland-Pfalz (Landkreis Trier-Saarburg) gesammelt. Darüber informiert der amtierende Bürgermeister Uwe Ahrendt (Grüne). Besonders erfreut war er über eine Spende des Glashütter Hortes.

Benefizgrillen für Hochwasseropfer

Glashütter wissen, was Hochwasser bedeutet. 2002 habe sie es mitgemacht und dabei großartige Unterstützung erhalten. Da war es selbstverständlich, auch anderen in ähnlicher Lage zu helfen.

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Deswegen hat der Glashütter Freizeit und Kulturverein am vergangenen Sonnabend eine Benefizaktion zugunsten der Hochwasseropfer in der Gemeinde Kordel in Rheinland-Pfalz organisiert, wie Ortsvorsteher und Vereinsvorstand Maik Lehmann informierte. „Bei Traumwetter hat unser Verein einen Gewinn von 2113 Euro erwirtschaftet“, berichtet er.

Das Echo auf die Benefizaktion des Freizeit- und Kulturvereins in Glashütte am Wochenende war sehr gut.
Das Echo auf die Benefizaktion des Freizeit- und Kulturvereins in Glashütte am Wochenende war sehr gut. © Freizeit- und Kulturverein Glashütte

Die Sächsische Schweiz und das Osterzgebirge erinnern sich an die Hochwasser hier und an die Hilfe, die sie damals aus der ganzen Bundesrepublik erhielten. Nun sind andere Gebiete oft noch viel schlimmer betroffen und es wird ein Stück der Hilfe zurückgegeben.

Dabei haben viele mitgeholfen. Die Fleischerei Loose aus Glashütte hat die Aktion mit Bratwürsten unterstützt. Das Brot kam von der Mühle und Bäckerei Bärenhecke. Der Reiterhof „Sonnenhof“ aus Dittersdorf bot für Kinder Reitmöglichkeiten an. Auch die hier erwirtschafteten Gelder gingen in den Spendentopf. "Alles getreu dem Motto: Jeder kann helfen", sagt Lehmann.

Aktiv Sport Hotel will Sportgeräte versteigern

Fitnessgeräte für den guten Zweck. Mit einer Spendenauktion will das Aktiv Sport Hotel in Pirna Geld für die Hochwasseropfer der vergangenen Wochen sammeln. Mehr als ein Dutzend Geräte sollen über eine Auktion online an den Mann oder die Frau gebracht werden. "Die Auswahl reicht von der Hantelbank bis zum Laufband", erklärt Geschäftsleiterin Kathrin Honnes. Da der Fitnessbereich im Aktiv Sport Hotel umgebaut und aufgerüstet wurde, stehen die gut gepflegten Geräte zur Verfügung. In den nächsten Wochen soll die Auktion stattfinden. Das genaue Wie und Wo wird dann unter anderem über die Social-Media-Kanäle des Unternehmens bekannt begeben. Wohin das Geld genau fließt ist noch unklar, wichtig sei, dass die Menschen Hilfe bekommen, die jetzt Unterstützung benötigen.

Landwirte helfen Landwirten

Der Maschinen und Betriebshilfsring "Sächsische Schweiz" e.V. unterstützt die vom Hochwasser betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Mit einem eigens eingerichteten Spendenkonto will der Maschinenring jetzt auch Landwirten helfen, deren Betriebe von den Auswirkungen des Hochwassers betroffen sind. Der Maschinenring wurde 1958 im niederbayerischen Buchhofen gegründet. Ein Maschinenring ist eine Vereinigung, in der sich landwirtschaftliche Betriebe zusammenschließen, um Land- und Forstmaschinen gemeinsam zu nutzen

  • Spendenkonto:
    Stiftung BHD-Maschinenring Land, „Fluthilfe Maschinenring“,
    IBAN: DE25370205000001347400,
    BIC: BFSWDE33XXX

Ein Euro für jeden Einwohner

Die Stadt Freital wird stellvertretend für jeden Einwohner der Stadt einen Euro für die Hochwasserhilfe bereitstellen. Das verkündete Oberbürgermeister Uwe Rumberg in der Stadtratssitzung am Mittwochabend. "Wir runden das etwas auf und geben insgesamt 40.000 Euro", sagte er. Zudem hatte die Stadt schon vor einigen Tagen ein Spendenkonto eröffnet und zu privater finanzieller Unterstützung aufgerufen.

Tharandt sammelt Spenden

Was die Menschen 2002 in Tharandt erlebten, machen nun die Bewohner von Rheinland-Pfalz durch. Bürgermeister und Stadtrat bitten um finanzielle Unterstützung. Das Geld soll in den Eifelkreis Bitburg-Priem gehen. Dieser Verbandsgemeinde in Rheinland-Pfalz gehören 66 zum Teil sehr kleine Gemeinden mit zusammen rund 19.000 Einwohnern an. "Viele dieser Gemeinden wurden von der Katastrophe stark betroffen, standen aber nicht so im Fokus der Medien", berichtet Ziesemer und bittet die Tharandter, sich an der Spendenkation zu beteiligen.

Borna hilft einem Kindergarten

Der Bornaer Verein "Sächsische Industrie- und Heimatgeschichte Osterzgebirge" will den Unwetter-Opfern helfen. Das war schnell klar. Aber wie? In der Jahreshauptversammlung am 17. Juli beschlossen sie, Geld zu spenden. Alle Mitglieder werden im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen Beitrag leisten, auch der Verein selbst wird seinen Beitrag leisten, sagt Vorsitzender Thomas Fischer.

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Eigentlich würde der Verein selbst jeden Cent dringend benötigen. Im Winter ist nämlich die Ausstellungshalle zusammengebrochen, sagt Fischer. Fördermittelanträge wurden abgelehnt, die Anschaffung einer stabileren Halle ist derzeit nicht möglich. "Aber es ist uns in so einer Situation wichtiger, denen zu helfen, die es am meisten brauchen, da waren sich alle Vereinsmitglieder einig", sagt Fischer.

Die Spendenaktion läuft gemeinsam mit der Feuerwehr über zwei Wochen. Das Geld soll dann gezielt einer Kindereinrichtung im zerstörten Gebiet überreicht werden. Damit beteiligt sich die Gemeinde Bahretal innerhalb kurzer Zeit zum wiederholten Mal an einer Hilfsaktion. Erst kürzlich packten sie Sachspenden für die Opfer der Unwetter im benachbarten Tschechien.

Dohna spendet pro Einwohner einen Euro

6.274 Einwohner gleich 6.274 Euro: So viel spendet die Stadt Dohna für die Unwetter-Hilfe. Das haben die Fraktionen im Stadtrat und Bürgermeister Ralf Müller (CDU) beschlossen. Aus eigener Erfahrung erinnern sich viele Dohnaer und Müglitztaler an das Hochwasser 2002. "Nicht nur das tief einschneidende Trauma, sondern auch die überwältigende Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit von Mensch zu Mensch, haben diese Zeit geprägt", sagt Müller. Dohna hat vor 19 Jahren viel Hilfe erhalten und möchte jetzt etwas zurückgeben. Wer heute durch Dohna geht, sieht nichts mehr von den Schäden, das soll allen Betroffenen Mut machen, nicht aufzugeben, sagt Müller.

Um einen sinnvollen und koordinierten Einsatz aller Spenden zu erleichtern, verweist die Stadt Dohna an die zentralen Konten von Freistaat Sachsen und DRK-Landesverband.

Heidenau sucht noch eine Kommune

Der Heidenauer Stadtrat hat zu Beginn seiner Sitzung am Donnerstag eine Schweigeminute für die Opfer eingelegt. Am Ende schlug Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) den Räten vor, 10.000 Euro vom Stadtkonto zu spenden. Und zwar für eine konkret betroffene Kommune, die aber noch gesucht wird. Es soll sich dabei nach Möglichkeit um eine handeln, die nicht so im Fokus der Öffentlichkeit steht.

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Außerdem soll die Spende zwar im Zusammenhang mit den Unwetterschäden zweckgebunden sein, ansonsten aber nicht. Das sei auch eine Erfahrung der Spenden, die Heidenau bei den Hochwassern 2002/13 erhalten hatte. Gerade für Kindergärten wurde oft gespendet, obwohl es für die auch staatliche Hilfe gab und gibt. Für die Kommunen ist es besser, selbst entscheiden zu können. Opitz nimmt jetzt zu den betroffenen Landkreisen Kontakt auf und informiert den Rat dann über die Kommune, der die Spende überwiesen wurde.

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