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Deutschland & Welt

Norwegen: Tote nach Erdrutsch gefunden

Kurz vor Neujahr rauschen gewaltige Erdmassen durch einen Ort in Norwegen. Mindestens vier Menschen kamen dabei ums Leben.

Rettungsmannschaften sind nach einem Erdrutsch weiter im Einsatz.
Rettungsmannschaften sind nach einem Erdrutsch weiter im Einsatz. © Jil Yngland/NTB/dpa

Oslo. Drei Tage nach einem Erdrutsch in Norwegen haben die Rettungskräfte mit Hilfe von Spürhunden drei weitere Leichen im Unglücksgebiet gefunden. Die Einsatzkräfte entdeckten am Samstagabend ein weiteres Todesopfer in einem Gebiet, in dem zuvor am Tag bereits zwei andere ums Leben gekommene Personen gefunden worden waren. Das gab die Polizei am Abend auf einer Pressekonferenz bekannt. Die Suche nach Überlebenden sollte bis in die Nacht hinein fortgesetzt werden.

Am Neujahrstag hatten die Einsatzkräfte eine erste tote Person im Katastrophengebiet gefunden. Dabei handele es sich um einen 31 Jahre alten Mann, teilte die Polizei am Samstagabend mit. Zu Geschlecht und Alter der drei am Samstag gefundenen Toten machte die Polizei bislang keine Angaben. Vor den vier bisherigen Funden hatten zehn Menschen als vermisst gegolten, darunter zwei Minderjährige.

Ein Erdrutsch in der Kommune Gjerdrum hat großen Schaden hinterlassen und zahlreiche Häuser zerstört.
Ein Erdrutsch in der Kommune Gjerdrum hat großen Schaden hinterlassen und zahlreiche Häuser zerstört. © Jaran Wasrud/Nve/NVE/NTB/dpa

Der Erdrutsch hatte sich am frühen Mittwochmorgen in Ask in der Kommune Gjerdrum rund 40 Kilometer nordöstlich von Oslo ereignet. Er dehnte sich auf einer Länge von etwa 700 Metern und einer Breite von 300 Metern aus. Mindestens zehn Menschen erlitten Verletzungen. Neun Häuser stürzten in der Folge des Abgangs ein, andere am Rande des entstandenen Kraters waren stark einsturzgefährdet. Rund 1.000 Menschen wurden bislang in Sicherheit gebracht. Zehn Menschen galten vor der Bekanntgabe zu dem Toten als vermisst, unter ihnen Kinder.

Den Sucheinsatz nach den Vermissten erschwerte neben dem norwegischen Winterwetter vor allem die Begebenheit des Untergrundes: Lange Zeit waren Teile des Unglücksgebiets so instabil, dass es zu gefährlich war, sie zu Fuß zu betreten. Erst am Freitag konnten Einsatzkräfte in die rote Zone des Unglücksgebiets geschickt werden. Vorher war mit Hubschraubern und Drohnen aus der Luft nach Überlebenden gesucht worden.

Rettungskräfte suchen im Erdrutschgebiet nach Überlebenden.
Rettungskräfte suchen im Erdrutschgebiet nach Überlebenden. © Terje Bendiksby/NTB/dpa

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