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SOE: So hilft die Region den Unwetteropfern

Die Erinnerung an die Flut 2002 lässt die Menschen hier ganz schnell konkrete Hilfen organisieren. Auch Geldspenden sind möglich. Pirna hisst die Trauerflagge.

Überschwemmungen in Erftstadt-Blessem. Hier sind einige Häuser eingestürzt, werden mehrere Menschen vermisst.
Überschwemmungen in Erftstadt-Blessem. Hier sind einige Häuser eingestürzt, werden mehrere Menschen vermisst. © Rhein-Erft-Kreis

Die Hilfsbereitschaft für die Opfer der verheerenden Unwetter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist im Landkreis groß. Schon beim Starkregen im benachbarten Tschechien halfen Gemeinden schnell und unkompliziert. Jetzt gibt es bereits erste konkrete Aktionen für die Menschen im Westen Deutschlands. Vor allem die vielen Toten erschüttern die Menschen an Elbe, Weißeritz und Müglitz.

Pirna und Kreis bitten um Spenden

Landrat Michael Geisler (CDU) und Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos) haben angesichts der heftigen Unwetter im Westen Deutschlands die Einwohner aufgerufen, für Betroffene der Katastrophe zu spenden - zumal insbesondere auch die Regionen um Pirnas Partnerstädte Remscheid und Reutlingen stark betroffen seien. Hanke hat am Donnerstag mit dem Rathaus in Remscheid telefoniert, um Hilfe anzubieten.

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"Unsere Stadt Pirna war selbst schon mehrfach von schweren Hochwassern und Starkregen betroffen, zuletzt 2013. Wir wissen, wie überlebenswichtig die Unterstützung in solch einer Notlage ist. Deswegen bitte ich alle Pirnaerinnen und Pirnaer, wenn sie es ermöglichen können, sich an der Spendenaktion des Freistaates Sachsen für die Betroffenen zu beteiligen", sagt Pirnas Rathauschef. Der Freistaat Sachsen habe eigens dafür ein Spendenkonto eingerichtet:

  • Stichwort "Sachsen hilft!"
    Institut: Bank für Sozialwirtschaft
    IBAN: DE30 8502 0500 0003 5760 13
    BIC: BFSWDE33DRE

Im Falle eines Hilfeersuchens stehen die Einsatzkräfte des Landkreises zur Verfügung, sagt Landrat Geisler. Er erinnert an die überregionale Hilfs- und Spendenbereitschaft für unseren Landkreis bei der Jahrhundertflut 2002 und wie sie Hoffnung gegeben und für viele einen Neubeginn erleichtert hat. "Wir wissen, was die Helfer vor Ort derzeit Übermenschliches leisten. In Gedanken sind wir bei den Familien und Angehörigen der vielen Vermissten und Toten."

Pirna trägt Trauer

Zudem ordnete Pirnas Oberbürgermeister Hanke für eine Woche lang eine Trauerbeflaggung am Pirnaer Rathaus an, um der vielen Todesopfer zu gedenken, die die Katastrophe bislang forderte.

Konzert sammelt Spenden

Das Konzert in der Pirnaer Reihe der "anständigen Lieder mit Abstand" am Sonnabend, dem 17. Juli, 16 Uhr, auf dem Pirnaer Markt wird zum Benefizkonzert für die Unwetteropfer. Organisator Peter Lippert kündigt an, dass alle Spenden an diesem Tag diesem Zweck zugutekommen. "Unser Motto lautet ja auch für Mitmenschlichkeit", sagt Lippert. Nach den großen und vielen Hilfen, die wir hier in der Vergangenheit bei Hochwasserkatastrophen bekommen haben, sei das jetzt der Moment, nicht erst lange auf irgendwelche Aufrufe zu warten.

Bornaer organisieren Geld- und Sachspenden

Der Verein "Sächsische Industrie- und Heimatgeschichte Osterzgebirge" in Borna-Gersdorf hat am Sonnabend zu seiner Mitgliederversammlung aktuell ein weiteres Thema aufgenommen: Wie können wir konkret den Unwetter-Opfern helfen? Bereits jetzt steht fest, es wird eine Geld- und Sachspendensammlung geben. Nun müssen noch ein Lager gefunden und die Termine für die Annahme abgesprochen werden, sagt Vorsitzender Thomas Fischer. Gemeinsam mit der Feuerwehr hatte man schon den tschechischen Nachbarn geholfen.

Feuerwehren stehen bereit

Nach Aussage von Peter Kammel, Leiter der Pirnaer Feuerwehr, sei die Stadt Remscheid selber, eine Partnerstadt von Pirna in Nordrhein-Westfalen, mit einem blauen Auge davongekommen. Bisher sei man zwar nicht angefordert worden, aber: Die Feuerwehr Pirna steht bereit und hilft sofort, sobald eine solche Anforderung vorliegt, sagt Kammel.

In Bad Gottleuba-Berggießhübel wird eine Feuerwehr mit sechs bis acht Mann Besatzung bereitgestellt, um in den Katastrophengebieten zu helfen, sagt Bürgermeister Thomas Peters (CDU). Das erfolge in Abstimmung mit dem Landratsamt. Inwiefern noch anderweitig geholfen wird, sei noch zu klären. Auch die Dohnaer Feuerwehr ist bereit, an einer koordinierten Hilfe des Landkreises teilzunehmen.

Glashütte unterstützt Gemeinde Kordel bei Trier

Die Stadt Glashütte unterstützt die Gemeinde Kordel bei Trier, sagt Glashüttes amtierender Bürgermeister Uwe Ahrendt (Grüne). Ursprünglich wollte die Stadt ein eigenes Spendenkonto einrichten. Doch der Aufwand sei zu groß, so Ahrendt. Deshalb habe man eine Partnergemeinde gesucht - und mit Kordel gefunden.

Die Entscheidung, den Hochwasseropfern zu helfen, ist nach den Bildern gefallen, die aus beiden betroffenen Bundesländern nach Sachsen kamen. "Mich hat das sehr stark an 2002 erinnert", sagt der Glashütter. Seine Heimatstadt war damals ähnlich stark vom Hochwasser der Prießnitz und der Müglitz betroffen. Viele Häuser wurden beschädigt, Grundstücke und Straßen beschädigt. Anders als in Rheinland-Pfalz und NRW gab es hier aber nur einen Toten zu beklagen.

  • Glashütte bittet um Spenden an:

    Kontoinhaber: VG Trier Land
    IBAN: DE36 5855 0130 0000 0008 93
    Verwendungszweck: Zu Gunsten Hochwasser OG Kordel, Glashütte hilft Kordel

Er wisse, dass nun Sachspenden gebraucht werden. Aber noch wichtiger sind Geldspenden. Glashütte sei froh gewesen, als diese damals ankamen und man mit deren Hilfe alles wieder aufbauen konnte. Ahrendt hatte damals auch einen Spendenverein gegründet, der am Ende eine Million Euro verteilen konnte. Der Rathauschef ist sich sicher, dass sich das Konto füllen wird. Er selbst will spenden, die Stadt werde das tun. Und es gab schon Anfragen von Stadträten. Auch die Feuerwehr möchte helfen und sei bereit, Kameraden in das Unglücksgebiet abzustellen, so Ahrendt. Diese Einsätze sollen über das Landratsamt koordiniert werden. Aus eigener Erfahrung wisse er, dass die Helfer vor Ort zwei, drei Tage Zeit brauchen, um die Lage zu sondieren.

Bundestags-Kandidatin startet Hilfsaktion

Als eine der ersten Bundestagskandidaten aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat die parteilose Einzelbewerberin Helga Queck ein Spendenkonto via Paypal eingerichtet. "Selbst vom Hochwasser 2013 schwerst getroffen, ist es mir ein Bedürfnis, dass den Menschen schnellstens Hilfe zu Teil wird", sagt sie. Als eine Frau, die in Politik will, sei es ihr besonders wichtig zu zeigen, dass ihr das Schicksal der Menschen nicht gleichgültig ist. Ihr Konto für finanzielle Hilfsleistungen: paypal.me/Hochwasserhilfe21.

Eisenbahnwelten unterstützen betroffene Familie

Das Team der Eisenbahnwelten in Kurort Rathen um Chef Lothar Hanisch hat sich am Donnerstagabend spontan dazu entschieden, die Flutopfer zu unterstützen. Seit Freitag steht am Eingang eine Box mit der Bitte, zu spenden. Konkret wird aufgerufen, einer Familie, die bei der Flut „ihre Wohnung und ihr ganzes Hab und Gut verloren hat“, zu helfen. „Die Box wird täglich geleert“, sagt Hanisch. Die ersten 16 Euro seien bis Freitagnachmittag zusammen gekommen. Kellner Rico Hentschel hätte die ersten fünf Euro gegeben.

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Nach den immensen Schäden, die das Hochwasser insbesondere in Rheinland-Pfalz verursacht hat, sei es für das Unternehmen „selbstverständlich“ für Betroffene etwas zu tun. „Den Eisenbahnwelten wurde zur Flut 2013 auch geholfen.“ Das Team der Miniaturanlage will die gesammelte Summe direkt den Betroffenen zukommen lassen, kündigt Hanisch an.

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