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Hohnstein: Erste Löschwasserzisternen im Nationalpark

Für zwei Projekte der Stadt Hohnstein geht es jetzt voran. Es fehlt nur noch die Baugenehmigung.

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Im Nationalpark Sächsische Schweiz ist das Löschwasser knapp. Neue Zisternen sollen helfen.
Im Nationalpark Sächsische Schweiz ist das Löschwasser knapp. Neue Zisternen sollen helfen. © Mike Jäger

Die verheerenden Waldbrände im Nationalpark Sächsisch-Böhmische Schweiz im Sommer haben gezeigt, Löschwasser wird dringend gebraucht. Insgesamt sieben Löschwasserzisternen sollen in den Gemeindegebieten Bad Schandau, Sebnitz und Hohnstein gebaut werden. Jetzt geht es für zwei geplante in Hohnstein voran. Die Stadt ist mit den Planungen am weitesten. Nachdem Ende August 2022 die Antragsunterlagen bei der Behörde eingereicht wurden, hat die Landesdirektion Sachsen dafür die naturschutzrechtliche Befreiung erteilt. Damit kann der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge das Verfahren zur Baugenehmigung für die Zisternen fortsetzen.

"Eine leistungsfähige Brandbekämpfung in der Nationalparkregion ist für die Bewahrung dieser einmaligen Landschaft, aber auch für die Bewohner und die Besucher der Sächsischen Schweiz essenziell. Das haben wir bei den jüngsten Brandereignissen eindrucksvoll vor Augen geführt bekommen", erklärt Regina Kraushaar, Präsidentin der Landesdirektion Sachsen.

Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge plane eine landschaftsverträgliche und schonende Durchführung. Damit wäre der Bau der beiden Zisternen auch in streng geschützten Gebieten möglich. Durch die gute Zusammenarbeit von Planern, der Stadt Hohnstein und den beteiligten Behörden hätten die Verfahren hier sehr zügig betrieben werden können. Man habe gute naturschonende Lösungen gefunden. Die Standorte der Löschwasserzisternen waren frühzeitig zwischen dem vom Landkreis beauftragten Planungsbüro und den Naturschutzbehörden abgestimmt worden.

Anschließend konnten über den Sommer Baugrunduntersuchungen erfolgen. In das Verfahren waren auch die anerkannten Naturschutzvereinigungen, denen gesetzliche Beteiligungsrechte in bestimmten geschützten Gebieten eingeräumt sind, einzubeziehen, informiert die Landesdirektion.

Aufgrund der Lage der Zisternen im Nationalpark Sächsische Schweiz bedürfen die Arbeiten einer naturschutzfachlichen Genehmigung durch die Landesdirektion Sachsen. Die Stadt Sebnitz wird insgesamt drei Löschwasserspeicher bauen lassen, einen in Hinterhermsdorf und zwei im Bereich Thorwalder Wände und Richterschlüchte. Die Standorte wurden generell so ausgewählt, dass von ihnen jeweils noch Schlauchstrecken in besonders unzugängliche gefährdete Gebiete des Nationalparks gelegt werden können. Außerdem müssen sie mit Fahrzeugen erreichbar sein. Die Stadt Bad Schandau wird ebenfalls Zisternen bauen lassen. Außerdem plant die Stadt Hohnstein noch eine weitere Wasserentnahmestelle. (SZ)