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Waldbrände: Spenden, was wirklich hilft und gebraucht wird

Im Bad Schandauer Rathaus werden Angebot und Bedarf koordiniert. Die Herausforderung: Das ändert sich täglich.

Von Heike Sabel
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Annett Petters ist eine von drei Mitarbeiterinnen im Schandauer Rathaus, die die Spendenanfragen beantwortet und koordiniert.
Annett Petters ist eine von drei Mitarbeiterinnen im Schandauer Rathaus, die die Spendenanfragen beantwortet und koordiniert. © Heike Sabel

Am Sonnabend ist es den ersten Tag etwas ruhiger im Büro von Annett Petters. Seit Montag bleibt ihre eigentliche Arbeit liegen, klingelt das Telefon ununterbrochen, beantwortet sie Mails. Mit zwei weiteren Kolleginnen koordiniert sie die Hilfen. Sie ist selbst in der Freiwilligen Feuerwehr und würde sie nicht im Rathaus sitzen, wäre sie auch draußen. Jetzt kommt es auf jede und jeden an jedem Platz an. "Und meiner ist jetzt hier", sagt Annett Petters.

Ein Teil der Leute hat konkrete Vorstellungen, wie sie helfen wollen und bieten Essen und Trinken an, andere fragen, was gebraucht wird. "Die Herausforderung ist, dass sich das alles immer auch schnell ändern kann", sagt Annett Petters. Am Sonnabendnachmittag zum Beispiel waren Mengen an Bananen und Süßgetränken da. Die Koordinatoren im Rathaus haben deshalb eine dringende Bitte: Unbedingt vorher anrufen und klären, was aktuell wirklich gebraucht wird.

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Die Anrufer, die selbst anpacken wollen, werden aufgeschrieben. Die Liste geht dann an die Feuerwehr. Wenn dort konkreter Bedarf besteht, werden die Leute angerufen. Es nütze wenig, dort einfach vor der Tür zu stehen. Auch die Lohmenerin, die nach ihrer Arbeit um Mitternacht in die Feuerwehr zum Reinigen der Toiletten kam, hatte das abgestimmt.

Was wird aktuell gebraucht:

  • kleine Flaschen isotonische Getränke
  • Müsli-Riegel und kleine abgepackte Snacks
  • Fenistil und Kühlpads
  • Socken
  • Geldspenden: IBAN DE30 8505 0300 3000 0300 17, Kontoinhaber: Stadtverwaltung Bad Schandau, Kreditinstitut: Ostsächsische Sparkasse Dresden, Betreff: Waldbrand Winterberg
  • Waschmaschinen und Trockner

Was hilft nicht:

  • Kuchen
  • Melonen, Pflaumen, Erdbeeren, alles was matscht. Im Moment sind auch ausreichend Äpfel vorhanden.

Was ist noch zu beachten:

Viele von etwas weiter her spenden gern Geld. Manche sind dabei auch skeptisch. Dann sagt Annett Petters: "Ich sage Ihnen als Feuerwehrfrau, das kommt alles an die richtige Stelle." Inzwischen gibt es auf der Internetseite der Stadt auch die Möglichkeit, per Paypal zu spenden. Das ist eine Schlussfolgerung der ersten Tage. Die Leute wollen helfen, aber das auch so unkompliziert wie möglich.

Hilfe wird noch lange gebraucht

Die vergangenen Tage ist Annett Petters immer erst spät abends nach Hause. Am Sonnabend etwas eher. Am Abend ist sie bei Roland Kaiser in Dresden. Und am Montag wieder an ihrem Schreibtisch im Rathaus. "Auch wenn der Katastrophenalarm vorbei ist, wird es noch lange nicht vorbei sein. Die Nachbereitung wird einige Zeit dauern und Unterstützung wird weiter notwendig sein", sagt sie und hofft, dass die Leute auch dann noch weiter bereit sind, zu helfen und zu spenden.

Wann Annett Petters und ihre Kolleginnen wieder ihre eigentliche Arbeit machen können? Schulterzucken. "Es dauert so lange wie es dauert", sagt Annett Petters.