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Zittau

Katholiken schließen sich zusammen

Aus den bisherigen Pfarreien in Löbau, Ostritz und Zittau entsteht die neue, größere Pfarrei St. Marien Zittau. Ursache sind Strukturveränderungen im Bistum.

Thomas Cech, katholischer Pfarrer in Zittau, ist auch der Pfarrer der neu gegründeten Pfarrei. ©  Matthias Weber

Sonntag, der 7. Juli, wird ein besonderer Tag für die Katholiken ganz im Osten des Bistums Dresden-Meißen: Aus den bisherigen Pfarreien in Löbau, Ostritz und Zittau gründet Bischof Heinrich Timmerevers im Rahmen eines Festgottesdienstes die neue, größere Pfarrei St. Marien Zittau. Der Festgottesdienst in der Marienkirche (Lessingstraße 18) in Zittau beginnt um 10 Uhr. Die alten Kirchenbücher, in denen die Pfarreien die Aufzeichnungen über Taufen und Eheschließungen, über die Verstorbenen oder auch die Erstkommunikanten der Gemeinde geführt hatten, wurden zuvor geschlossen. Der neu gegründeten Pfarrei werden neue Kirchenbücher und auch das zukünftige Pfarrsiegel überreicht. Im Rahmen des Gottesdienstes wird außerdem die Errichtung der Pfarrei formal bekannt gegeben und der Pfarrer der Gemeinde offiziell ins Amt eingeführt.

Zur neu gegründeten Pfarrei werden fast 4.200 Katholiken gehören. Auf ihrem Gebiet befinden sich zahlreiche kirchliche Orte: die Zisterzienserinnenabtei St. Marienthal, zwei Kindertagesstätten, der Pater-Kolbe-Hof in Schlegel, das Altenheim „St.-Antoni-Stift“ sowie zwei Friedhöfe. Pfarrer der neugegründeten Gemeinde ist Thomas Cech, mit priesterlichen Diensten in der Pfarrei sind daneben weiterhin Pfarrer Michael Dittrich und Pfarrer Steffen Börner beauftragt. Zum Seelsorgeteam der Gemeinde zählen außerdem weiterhin Gemeindereferent Stephan Kupka sowie in Teilzeit Gemeindereferentin Monika Prescher. Pfarrer Cech sagt: „Unsere Gemeinden in Löbau, Ostritz und Zittau sind bereits seit Längerem auf einem guten gemeinsamen Weg unterwegs. Von der Neugründung erhoffe ich mir, dass dieses Miteinander weiter wächst.“

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Im Anschluss an den Festgottesdienst finden ein Festakt sowie rund um die Kirche ein großes Pfarreifest statt. Neben der Unterhaltung und dem gemeinsamen Beisammensein steht dabei unter anderem ein Kindermusical im Mittelpunkt. Außerdem besteht die Möglichkeit, als Erinnerung an die Neugründung einen Herrnhuter Stern in den drei Farben der Kirchen- und der Marien-Fahne zu basteln: weiß-gelb-blau. Gleichzeitig sollen diese Farben für die drei Gemeinden stehen.

Die Gemeinden im Osten des Bistums verbindet nicht nur die Tatsache, dass sowohl in Ostritz als auch in Löbau und Zittau eine Marienkirche steht. Kontakte und persönliche Beziehungen gibt es schon seit vielen Jahren. In den letzten Jahren sind diese ausgebaut worden. So begehen die Gläubigen vor Ort schon seit einigen Jahren gemeinsam das Fronleichnamsfest im Kloster St. Marienthal. Die beiden 125-jährigen Kirchweihjubiläen in Zittau und Löbau sowie das 40-jährige Bestehen des Pater-Kolbe-Hofes waren zudem Anlass, gemeinsam zu feiern und Gott zu danken. So wollen die katholischen Christen der Region ab Sonntag ihren Weg mit Gottes Segen in Zukunft gemeinsam gehen.

Das Bistum Dresden-Meißen, das den Großteil Sachsens und weite Teile Ostthüringens umfasst, war vor eineinhalb Jahren noch in 97 Pfarreien unterteilt. Bis Ende 2020 werden diese kleinteiligen Einheiten als etwa 33 größere Pfarreien – der traditionellen Struktureinheit innerhalb der katholischen Kirche – neu gegründet. Den Anfang machte Ende 2017 die Region um Leutersdorf in der Oberlausitz. Mit der Neugestaltung von pastoralen Räumen ist das Bistum Dresden-Meißen bei weitem nicht allein unterwegs auf deutschen Fluren: Bundesweit versuchen alle 27 Diözesen, auf die tiefgreifenden Veränderungen des gesellschaftlichen und kirchlichen Lebens zu reagieren. Gut 142.000 Katholiken leben im Bistum Dresden-Meißen. In Sachsen sind damit nur etwa 3,5 Prozent der Bevölkerung katholisch. Das Ziel der Kirche im Bistum aber ist klar formuliert: Möglichst alle Menschen sollen in Berührung mit Jesus Christus gebracht werden.

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