merken

Katholische Kirche soll wachsen

Läuft alles nach Plan, könnten in Radeberg in Kürze die Bagger anrollen. Geplant ist dabei ein durchaus ehrgeiziges Projekt.

© Entwurf: Architekturbüro Schaufel, Dresden

Von Jens Fritzsche

Anzeige
Wir sind Meister. Wir können das. 

33 Frauen und 242 Männer sind unter den frisch gebackenen Meisterabsolventen der Handwerkskammer Dresden und damit Aushängeschild der „Wirtschaftsmacht von nebenan“.

Radeberg. Es wird das nächste architektonische Achtungszeichen, das die auf Kirchenprojekte spezialisierten Architekten des Dresdner Büros von Christian Schaufel in Radeberg setzen werden. Denn nach dem spannenden Bau der christlichen Kita „Baumhaus“ – die aus der Draufsicht ein Kreuz ergibt und zudem in einigen Bereichen über dem Boden schwebt, um einen historischen Friedhof nicht zuzubauen –, werden die Dresdner nun auch einen Anbau an der katholischen Kirche an der Dresdener Straße umsetzen.

„Und es könnte gut sein, dass wir schon im März, spätestens im April mit den ersten Arbeiten beginnen“, sagt Andreas Eisele, der in der Radeberger Kirchgemeinde für das Bauprojekt zuständig ist. Nach der Ausschreibung der Arbeiten für den Rohbau, Fassade, die Heizungs- und Klimaanlage sowie für die Elektroinstallationen „werten wir gerade die eingegangenen Unterlagen der Firmen aus, werden mit den Bietern verhandeln und dann auch die Aufträge vergeben“. Zunächst die Aufträge für Rohbau und Fassade, so Andreas Eisele.

Große Nachfrage treibt Baupreise hoch

Das Interesse am Projekt sei bei den Unternehmen dabei durchaus groß, freut er sich. Immerhin klagen ja aktuell nicht wenige Bauherren, dass sie aufgrund der derzeit großen Nachfrage in Sachen Bauleistungen die Auftragsbücher von Firmen so voll sind, dass es immer schwerer wird, überhaupt noch Bauaufträge vergeben zu können. „Wir können uns da erfreulicherweise nicht beklagen“, klingt Andreas Eisele zufrieden. Wobei die aktuell große Nachfrage natürlich auch zu hohen Preisen geführt hat, „das spüren wir natürlich auch“.

Noch nicht ganz zufrieden ist die Gemeinde mit Blick auf den Spendentopf. Denn wer will, kann am Anbau sozusagen mitbauen. „Wir hoffen auf 100 000 Euro Spenden, die sind als wichtiger Bestandteil eingeplant – im Moment sind wir bei über 26 000 Euro“, so Andreas Eisele. Für je 20 Euro können Interessierte symbolische Steine kaufen. Insgesamt investiert die Kirchgemeinde dabei rund 900 000 Euro in das ehrgeizige Projekt.

Saal für 80 Personen

Entstehen werden dabei moderne Funktionsräume und auch ein Saal für Vorträge und Veranstaltungen mit bis zu 80 Personen. Der Anbau wird dabei tatsächlich ein Anbau und mit der Kirche verbunden. Laut Plan soll das Gebäude bis 2019 stehen; passend auch zum Jubiläumsjahr 800 Jahre Radeberg. Und der ist dabei dringend notwendig. Bis vor gut zwei Jahren nutzte die Kirche Räume im damals weitgehend leer stehenden Gebäude der einstigen Kolping-Schule gleich nebenan. Nachdem das Haus dann als Unterbringungsmöglichkeit für unbegleitete Flüchtlingsjugendliche gebraucht wurde, zogen die Gemeinderäume in die ehemalige Pfarrwohnung im Erdgeschoss der Kirche um. Aber diese Räume sind natürlich viel zu eng für die Gemeindearbeit. Außerdem will sich die katholische Kirche noch stärker öffnen und Veranstaltungen nicht „nur“ für die Kirchgemeinde anbieten. Dafür braucht es aber eben Platz, der im neuen Gebäude dann vorhanden sein wird. Und so setzt die Kirchgemeinde auch auf die Unterstützung durch den Radeberger Oberbürgermeister, sagt Andreas Eisele, „der OB kann uns ja vielleicht helfen, Kontakte zu möglichen Sponsoren zu knüpfen“.

Spenden können im Pfarrbüro, Dresdener Straße 31, abgegeben oder unter dem Verwendungszweck „Spende Bauprojekt“ auch überwiesen werden: Liga Bank, IBAN: DE43 7509 0300 1008 2873 84, BIC: GENODEF1M05