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Dynamo präsentiert den Wunschkandidat

Die Dresdner haben einen neuen Cheftrainer: Markus Kauczinski. Ab morgen steht er mit der Mannschaft auf dem Platz. Hier stellt er sich vor.

Markus Kauczinski stand zuletzt bei Dynamos Ligakonkurrent FC St. Pauli unter Vertrag, wurde dort aber im April freigestellt. Jetzt wird er in Dresden als neuer Trainer vorgestellt.
Markus Kauczinski stand zuletzt bei Dynamos Ligakonkurrent FC St. Pauli unter Vertrag, wurde dort aber im April freigestellt. Jetzt wird er in Dresden als neuer Trainer vorgestellt. © Fabian Deicke

Dresden. Dynamo Dresden hat eine Woche nach der Trennung von Cristian Fiel einen neuen Cheftrainer gefunden. Der Fußball-Zweitligist gab am Dienstag die Verpflichtung von Markus Kauczinski bekannt. 

Der 49-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021 - und wurde am Nachmittag bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Sächsische.de war live dabei.

In voller Länge: Kauczinskis erste Dynamo-Pressekonferenz

Die wichtigsten Aussagen der Pressekonferenz:

  • Kauczinski stellt sich vor als Trainer mit Leib und Seele. Er hätte auch, sagt der 49-Jährige, seinen Vertrag bei St. Pauli aussitzen können. Ihn reize es, etwas bewegen zu können. Die Lage sei alles andere als aussichtslos. "Stürzen wir uns in die Arbeit", fordert er.

  • Sportchef Ralf Minge nennt drei Punkte, die den Ausschlag für Kauczinski gaben: seine Ligakenntnis, die Erfahrung mit vergleichbaren Situationen und seine Fähigkeit, so Minge, junge Spieler immer besser zu machen.

  • Einen festen Co-Trainer, wie es in der Branche durchaus üblich ist, hat der neue Cheftrainer nicht. Sein Assistent bei Dynamo wird Heiko Scholz, der bisherige Interimstrainer. Ob noch ein weiterer Assistent dazukommt, soll in der Winterpause entschieden werden.

  • "Ich habe schon alles gespielt", sagt Kauczinski und meint das in Bezug auf die Taktik. Dreierkette, Viererkette, Pressing, Gegenpressing - das kenne er alles. Wichtig sei jetzt, erfolgreich zu sein. Pragmatisch wird er an seine Arbeit herangehen.

  • Kauczinski, das sagt Minge, ist Dynamos Wunschkandidat. Bereits am vergangenen Montagabend, de facto kurz nach der Trennung von Cristian Fiel, habe es die ersten Kontaktaufnahme gegeben. Tags darauf, Dienstagfrüh um 4 Uhr, hat sich Kauczinski dann auf den Weg nach Dresden gemacht, um intensive Gespräche mit den Verantwortlichen zu führen.

  • Thema Neuzugänge: Die Vorarbeit für Verstärkungen in der Winterpause sei bereits geleistet. "Für mich ist erst mal wichtig, ein Bild von der Mannschaft zu kriegen - und im Hintergrund die ersten Gespräche zu führen. Wir schauen in jede Richtung und haben hier und da einen Fuß in der Tür, um uns zu verstärken", sagt Kauczinski.

  • Der Vertrag des neuen Cheftrainers gilt bis 2021 - und gilt auch im Falle eines Abstiegs in die 3. Liga. "Es muss eine langfristige Idee dahinterstecken, um auch Dinge bewegen zu können. Ich erwarte eine gewisse Offenheit und dass man der Mannschaft eine Chance gibt", sagt der gebürtige Gelsenkirchener.

  • Seine Erfahrungen mit Dresden und Dynamo: "Die sind nur positiv - weil ich immer gepunktet habe." Der Neue beweist Humor. Fußballspielen muss auch Spaß machen, betont er.

  • "Das Ziel ist am Ende, über dem Strich zu stehen. Um nichts anderes geht es", sagt Kauczinski und meint den Klassenerhalt. Die Chancen dafür seien absolut intakt. "Ich kann nichts versprechen, aber ich weiß, dass ich mehr erste Spiele gewonnen als verloren habe." Am Sonntag spielt Dynamo beim Tabellenfünften Osnabrück.

  • Am morgigen Mittwoch wird der Neue erstmals auf seine Mannschaft treffen. Das erste Training ist für 14 Uhr angesetzt - nach einem kurzen Kennenlernen. "Dann geht es raus auf den Platz". 

So kam die Verpflichtung des neuen Trainers zustande

Der Verpflichtung Kauczinskis gingen laut Mitteilung des Vereins in den vergangenen Tagen intensive Gesprächen mit Dynamos Verantwortlichen voraus. Der neue Trainer wollte sich ein klares Bild von seiner neuen Aufgabe machen.

Die Dresdner sind Tabellenletzter. "Ich freue mich sehr auf diese Herausforderung und bin mir bewusst, dass wir alle in den kommenden Wochen und Monaten eng zusammenrücken und hart arbeiten müssen, um unser Ziel mit dem Klassenerhalt in dieser Saison zu erreichen", sagte Kauczinski, der bis April dieses Jahres den Ligakonkurrenten FC St. Pauli trainierte. Der Vertrag beim Kiezklub ist nun aufgelöst.

Kauczinski, DFB-Trainer des Jahres 2015, passt ins gesuchte Profil. Er bringt Erfahrung mit und hat während seiner Zeit in Karlsruhe und bei St. Pauli bereits in emotionalen Vereinsumfeldern gearbeitet.

Wegbegleiter beschreiben ihn als pragmatisch und umgänglich, als einen, der bereit ist, aus vorhandenen Möglichkeiten, etwas zu machen. 

Ralf Minge, Dynamos Sportchef, zeigt sich mit der Verpflichtung zufrieden: "Markus Kauczinski hat sofort seine Bereitschaft signalisiert, uns als erfahrener Trainer in dieser herausfordernden Situation zu helfen. Er kennt die 2. Bundesliga, steckt absolut im Thema und hat bereits mehrfach nachgewiesen, dass er auch in schwierigen Situationen etwas bewegen kann", sagte Minge via Pressemitteilung. 

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Zudem bekräftigte Minge erneut, dass Dynamo in der Winterpause den Kader verstärken werde. Bis dahin sind in diesem Jahr noch zwei Spiele zu absolvieren, am Sonntag in Osnabrück sowie am 20. Dezember in Nürnberg. Mindestens 1,7 Millionen Euro, das hat Minge kürzlich bei der Mitgliederversammlung angekündigt, stehen danach für Neuzugänge zur Verfügung.

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