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Wirtschaft

Kaum ein Sachse fährt elektrisch

Viele Autohersteller setzen mittlerweile auf Elektroantrieb. Doch die Zulassungszahlen in Sachsen zeigen, dass solche Wagen kaum gekauft werden.

E-Autos sind in Sachsen eher Ladenhüter.
E-Autos sind in Sachsen eher Ladenhüter. © BELGA/dpa

Berlin/Dresden. E-Autos sind in Sachsen bisher ein Ladenhüter. Nur ein Prozent der Neuzulassungen im vergangenen Jahr hatten einen Elektroantrieb, rechnete der Dresdner FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst vor. Insgesamt waren es 1298. 

"Das Elektro-Auto ist in Sachsen kein Hit. Zu teuer, keine flächendeckende Ladeinfrastruktur, mangelhafte Reichweiten - das E-Auto ist zurzeit nur ein Nischenprodukt auf dem Markt", sagte Herbst der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Das könne die Politik auch nicht mit Appellen und hohen Kaufprämien ändern: "So, wie man DDR-Bürgern nicht einreden konnte, dass der Trabant das beste Auto für sie ist, funktioniert das heute auch nicht beim E-Auto."

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Herbst zufolge kann nicht von Politikern am grünen Tisch entschieden werden, wie die Zukunft der Mobilität aussieht: "Die einseitige politische Festlegung auf Batterie-Elektromobilität halte ich für falsch; wir brauchen vielmehr eine technologieoffene Forschungsförderung. Brennstoffzelle und synthetische Kraftstoffe sind ernstzunehmende Alternativen." 

Die politische Fokussierung auf batterieelektrische Fahrzeuge gefährde den Automobilstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb. "Gerade im Automobilland Sachsen mit seiner teils kleinteiligen Zulieferindustrie drohen damit schwere wirtschaftliche Probleme und Arbeitsplatzabbau."

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Herbst hatte die Zahl der Neuzulassungen von E-Autos im Bundestag erfragt. Insgesamt wurden 2019 in Sachsen 122.790 Autos zugelassen. Die meisten Zulassungen von E-Autos gab es in Leipzig (288), die wenigsten im Landkreis Nordsachsen (32).  (dpa)

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