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Kaum Gedenken an friedliche Revolution

Die Stadt ist unzufrieden mit der Resonanz am 6. Oktober. Nun soll neu überlegt werden.

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© Jens Trenkler

Von Sebastian Beutler

Görlitz. Die Stadt hat die Fraktionen im Stadtrat aufgerufen, über die Gestaltung des kommunalen Gedenktages zur Erinnerung an die friedliche Revolution zu überdenken. Am 6. Oktober jeden Jahres organisieren Stadt und Vereine Aktionen und Veranstaltungen, um an das erste Friedensgebet am 6. Oktober 1989 zu erinnern. Mit ihm begann die friedliche Revolution in Görlitz, die im Kern eine Auflehnung gegen das SED-Regime in der DDR war. Landesweit führten die Proteste zu den ersten freien Wahlen in der DDR im März 1990 und schließlich zur deutschen Wiedervereinigung im Herbst 1990.

Trotz der großen Bedeutung dieses Tages stoßen die Gedenkveranstaltungen auf geringe Resonanz. In diesem Jahr folgten nach Angaben des Görlitzer Rathauses nur rund 40 bis 50 Besucher der Einladung, 30 Zuhörer fand eine Podiumsdiskussion. Die Enttäuschung über die Besucherzahl, so erklärt Rathaus-Sprecher Wulf Stibenz, sei allen Beteiligten gemein. Sie sei deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Zumindest ist die Podiumsdiskussion unter dem Titel „Bewegte Zeiten – die friedliche Revolution in Görlitz“ nicht verloren. Sie wurde aufgezeichnet und soll Schulen für den Geschichtsunterricht angeboten werden. Im September 2009 hatte der Stadtrat den kommunalen Gedenktag eingeführt. Er wurde in den vergangenen Jahren unterschiedlich intensiv begangen.