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Kaum noch Inflation – das nützt nicht jedem

Die Statistiker melden sinkende Preise. Damit macht Einkaufen mehr Spaß. Erst mal.

© dpa

Wiesbaden. Die Inflation in Deutschland ist auf den niedrigsten Wert seit fast vier Jahren gefallen. Der Preis für einen typischen Warenkorb war im Mai 0,9 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Von April zu Mai ist er um 0,1 Prozent gesunken, errechnete das Statistische Bundesamt. Die Mini-Inflation stärkt die Kaufkraft der Verbraucher. Aber es gibt auch Nachteile.

Gewinner

Konsumenten sind die großen Gewinner einer niedrigen Inflation. Denn Verbraucher bekommen bei konstanten Einkommen mehr für ihr Geld. Aktuell können sich in Deutschland Autofahrer ebenso freuen wie alle, die ihr Haus oder ihre Wohnung heizen müssen: Die Sprit- und Energiepreise liegen seit Monaten unter dem Vorjahresniveau.

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Wenn die Preise langsamer anziehen als die Löhne, steigen die Reallöhne und damit die Kaufkraft. Ähnlich profitieren Rentner: Denn in Deutschland ist die Lohnentwicklung die Grundlage der Rentenanpassung. Wer gar Geldvermögen hat, kann länger davon zehren. Auch Kreditnehmer profitieren von einem geringen Preisauftrieb. Denn bei weniger als zwei Prozent Inflation sorgen die Notenbanken in der Regel für niedrige Zinsen.

Verlierer

Wer genügend Geld zum Sparen hat, ärgert sich über die niedrigen Zinsen. Für Tagesgeld oder gar Sparbücher liegen sie meistens unter der Teuerungsrate. Unter dem Strich verlieren die Sparer also Geld.

Für Unternehmen wird es bei allgemein niedrigem Preisniveau insgesamt schwieriger, Preiserhöhungen am Markt durchzusetzen. Damit werden auch kräftige Lohnerhöhungen unwahrscheinlicher. Falls die Preise sogar sinken, halten sich Konsumenten mit großen Anschaffungen zurück und hoffen auf noch niedrigere Preise – dann werden Fabriken weniger Produkte los, Jobs geraten in Gefahr.

Der Staat als Großschuldner hat Interesse an einem schnelleren Preisauftrieb: Der Realwert seiner Verschuldung nimmt umso stärker ab, je höher die Inflation ist. Die Krisenländer haben es bei niedriger Inflation schwer, wettbewerbsfähiger zu werden. Sie müssen im Vergleich zur internationalen Konkurrenz günstiger werden. (dpa/SZ)