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Dresden

Kaum Stillstand im Berufsverkehr

Der Streik im Nahverkehr hat am Morgen in Dresden nur wenig Auswirkungen nach sich gezogen. Nun streiken auch die Taxifahrer.  

Die meisten Linien der DVB verkehrten planmäßig. © Sven Ellger

Das große Chaos ist in Dresden ausgeblieben: Die Gewerkschaft Verdi hatte die Busfahrer mehrerer Unternehmen aufgerufen, am Mittwochmorgen die Arbeit niederzulegen. 

Da die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) selbst nicht bestreikt wurden, hielten sich die Beeinträchtigung auf vielen Linien in Grenzen. Auch die Fähre zwischen Neustadt und Johannstadt setzte bereits vor dem Ende des bis 8 Uhr dauernden Warnstreik über. Allerdings kam es bis 8 Uhr zu Ausfällen und Verspätungen bei mehreren Buslinien, wie etwa der 66, 88 und 89 sowie dem Ersatzverkehr der Straßenbahnlinie 4 in Radebeul. Diese Strecken werden teilweise von der Dresdner Verkehrsservice mbH (DVS) bedient, einer DVB-Tochter, die sich am Streik beteiligte. 

Straßenbahnen waren von dem Streik nicht betroffen - und fuhren an den Bannern vorbei. ©  dpa

Straßenbahnen der DVB waren zwar nicht vom Streik betroffen, doch es es kam dennoch zu Verspätungen. Grund: Ein Unfall in Alttolkewitz bremste die Linien 4, 6, 10 und 12 zeitweise aus. 

Die Beschäftigten der Verkehrsunternehmen wollen mit dem Ausstand ihren Forderungen gegenüber dem Arbeitgeberverband Nahverkehr Nachdruck verleihen. Sie fordern rückwirkend ab März einen Stundenlohn von 15,66 Euro. Zurzeit erhielten die Fahrer zu Beginn ihrer Tätigkeit 12,30 Euro pro Stunde, so Verdi. An diesem Mittwoch soll darüber verhandelt werden.

Nicht nur die Busfahrer streikten am Mittwoch. Der Bundesverband des Taxi- und Mietwagengewerbes hatte seine Fahrer zu einem deutschlandweiten Aktionstag gegen die Liberalisierung des Personenbeförderungsgesetzes aufgerufen. Wie geplant trafen sich die Taxis am Ammonhof, um von dort aus über die Königsbrücker Straße zum Flughafen zu fahren.

Dresdens Taxifahrer im Ausstand.  © Sven Ellger

Der Rückweg der Taxikolonne führte über die Hansastraße zum Landtag und wieder zum Ammonhof.  Darüber hinaus wollten auch Dresdner Taxifahrer an der bundesweiten Sternfahrt zum Brandenburger Tor in Berlin teilnehmen.

Die Proteste richten sich gegen Pläne des Verkehrsministeriums, den Fahrdienstmarkt zu öffnen. Wesentliche Auflagen für neue Mobilitätsdienstleister wie Uber, Moia und andere sollen gestrichen werden. Taxiunternehmen fürchten, sich damit auf mehr Konkurrenz einstellen zu müssen.  (SZ/sr/mja)

Die Taxi-Kolonne am Flughafen.  © Sven Ellger