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Bautzen

Kegler hoffen auf Entscheidung

Vor zehn Jahren wurde erstmals eine Erweiterung der Kegelbahn in Rodewitz geplant. Nun gibt es eine überraschende Wende.

Wie geht für die Kegler in Rodewitz weiter? Noch ist das nicht geklärt.
Wie geht für die Kegler in Rodewitz weiter? Noch ist das nicht geklärt. © Symbolfoto: SZ/Uwe Soeder

Rodewitz (Hochkirch). Es war fast auf den Tag genau ein Jahr her, dass sich der gemeinderat Hochkirch mit der Kegelbahn in Rodewitz beschäftigt hat. Allerdings damals auch mit einem Vorhaben des Sportvereins Grün-Weiß Hochkirch, der einen Kunstrasenplatz errichten möchte. Demgegenüber soll die Kegelbahn in Rodewitz auf eine wettkampftaugliche Vier-Bahnen-Anlage erweitert werden. Doch nun gab es einen neuen Vorschlag. Was wäre, wenn das alte Gebäude abgerissen und eine neue Kegelbahn mit Vereinsraum gebaut wird?

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Falko Hinz von der Firma Bauplanung Bautzen stellte auch dieses mal den Grobentwurf vor. Hintergrund ist, dass durch veränderte Anforderungen und Vorschriften die Erweiterung der Kegelbahn noch mehr kosten würde, als es eine Hochrechnung zwischen 2012 und 2018 derzeit aussagt. Aus einst geplanten 600 000 Euro würden jetzt schon rund 820 000 Euro werden. „Und bei einem alten Gebäude weiß man nie, welche Überraschungen kommen“, sagt Falko Hinz. Deshalb gab es im Sommer dieses Jahres eine Variantenbetrachtung und die Alternative Ersatzneubau. Eine grobe Beschreibung legte das Planungsbüro vor. Die Summe für eine Vier-Bahnen-Wettkampfanlage, zweimal Umkleiden für je acht Personen mit Duschen und Toiletten, ein Zuschauerraum und ein Wettkampfbüro gehören zum Sporttrakt. Zusätzlich könne dann gleich ein Vereinsraum für 40 Personen mit kleiner Küchenecke und Toiletten entstehen. Und auch benötigte Technikräume sind eingeplant. Kosten: 1,3 Millionen plus 60 000 Euro für den Abriss. In der Kubatur würde sich der neubau nichts nehmen mit den bisherigen Größen. Allerdings wäre alles behindertengerecht – ein großer Vorteil gegenüber der Erweiterung, bei der die Sanierung des jetzigen Vereinsteils noch nicht berücksichtigt wurde.

Widersprüchliche Debatte

Die Diskussion im Gemeinderat war widersprüchlich. Vor allem, weil viele Räte auch das Vorhaben des Sportvereins im Hinterkopf haben. Doch Bürgermeister Norbert Wolf (CDU) gab zu bedenken, dass bei den Keglern die Planung schon weit voran geschritten ist. Förderung können aus dem Programm Vitale Dorfkerne kommen, was immerhin 75 Prozent ausmacht. Dennoch blieben 350 000 Euro bei der Gemeinde. Die Hochkircher Kämmerin sah dies nicht als Problem an, allerdings verwies sie auch auf andere Pläne in der Gemeinde, die Geld kosten. Der Vereinschef des Kegelvereins Blau-Weiß 99 Rodewitz, Enrico Wolff, verwies noch einmal darauf, dass es für die Wettbewerbe auf der Zwei-Bahnen-Kegelanlage nur eine Ausnahmeerlaubnis gibt. „Die kann schnell zurückgezogen werden“, so Wolff. Gemeinderat Thomas Voigt brachte es letztlich auf den Punkt: „Wir reden seit zehn Jahren über das Projekt. Jetzt müssen wir mal sagen, ob wir es wollen und dahinter stehen. Dann müssen wir eine Entscheidung treffen“, sagt Voigt. Doch so weit waren die Räte eben schon vor genau einem Jahr. Bürgermeister Wolf überlegt nun, eine Sondersitzung einzuberufen.