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Sachsen

Kein Aktionsplan gegen Hitzewellen

Das Bundesumweltministerium empfiehlt Hitze-Aktionspläne mit verbindlichen Vorgaben. Sachsen sieht das anders.

© imago images/epd

Langanhaltende Hitzewellen zählen auch in Europa zu den tödlichen Naturgefahren. 2003, 2010, 2015 gab es sie. 2018 wieder. Die Sterbezahlen steigen dann auch in Sachsen. Ein landesweit geltender Hitze-Aktionsplan solle künftig die gesundheitlichen Gefahren verringern. Das wollen die Grünen im Sächsischen Landtag als verbindliche Vorgabe durchsetzen – unter anderem für Krankenhäuser, Pflegeheime, Kitas und den öffentlichen Raum.

Hitzewellen wie im letzten Jahr kommen in den Modellen der Klimaforscher künftig öfter vor. Sie dauern länger und werden heftiger. Solche Sommer wie 2018 werden in 20 bis 30 Jahren Normalität sein, heißt es im Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Während das Bundesumweltministerium daher für die Bundesländer seit längerem Hitze-Aktionspläne mit verbindlichen Vorgaben empfiehlt, sieht Sachsen das anders. Für Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) sind landesweit verbindliche Festlegungen keine Notwendigkeit. Zentrale Vorgaben seien nicht sachgerecht. In Sachsen seien die betroffenen Behörden und Fachressorts dafür eigenständig zuständig.

Allerdings, so kündigt die Sozialministerin an, werde Sachsen 2019/2020 ein landesweites Forschungsprojekt zu den Klimawirkungen in der Region durchführen. Wie reagieren Gebäude, Stadtgebiete, ja ganze Regionen auf Hitze? Was hat sich in den letzten Jahren verändert, verschärft? Ebenfalls im Ein-Kilometer-Raster wird das Landesumweltamt dann auch die klimatischen Belastungen durch Temperatur, Schwüle und Wind kartieren.