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Kein Anschluss unter der Apotheken-Nummer

Der Bischofswerdaer Rainer Klotsche kämpft seit Wochen für einen neuen Festnetzanschluss. Protokoll einer Fehlleistung der Telekom.

© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch

Bischofswerda. Telefon Bischofswerda 703127. Diese Nummer brauchen viele Menschen. Es ist die Nummer der Stadt-Apotheke. Wer sie wählt, hört seit Wochen nur den Wortfetzen einer Stimme und anschließend das Tut-tut-tut. Auf dem Display erscheint „Falsche Nummer“. Was ist da los?

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Stadt-Apotheker Rainer Klotsche wechselte den Telefonanbieter. Als am Jahresanfang ein neuer Handyvertrag abgeschlossen wurde, kam die Rede auch auf die veraltete Telefonie in der Apotheke. Um die neuen Möglichkeiten voll nutzen zu können, muss auf einen modernen Speedrouter umgestellt werden. Die Empfehlung war, gleich zum Netzanbieter, der Telekom, zu wechseln, sagt Rainer Klotsche. Da würde man auch vordringlich behandelt, wenn umgestellt wird. Denn die Telekom ist ja bekanntlich für das Netz zuständig. Die anderen Anbieter mieten es nur.

Rainer Klotsche kündigte seinen bisherigen Vertrag. Ein Fehler, wie er im Nachhinein feststellte. Denn der neue Festnetzanschluss – noch dazu mit der bekannten Apotheken-Nummer – lässt auf sich warten. Ende September schloss er den neuen Vertrag ab. Voraussichtlicher Anschlusstermin: 16. Oktober. „Mit großer Verwunderung mussten wir feststellen, dass dies noch fast drei Wochen hin ist“, sagt er.

Am Freitag, dem 13. Oktober, meldete sich dann der Wechselbeauftragte der Telekom bei ihm und teilte die Freischaltung mit – für Mitte bis Ende November! Schneller würde es gehen, wenn man einen Neuanschluss, dann natürlich mit neuer Rufnummer, beantragt. Die alte Nummer könne man später rüberholen, hieß es. Reiner Klotsche ging darauf ein und bekam als Gegenleistung einen Anschluss am 20. Oktober zugesichert. Zwischen 8 und 16 Uhr sei der Techniker zu erwarten, hieß es. „Warten ist wörtlich zu nehmen. 15.30 Uhr erscheint er, prüft und findet kein Signal“, berichtet der Apotheker. Im öffentlichen Schaltkasten kann er es schließlich finden. Aber von dort geht angeblich kein Kabel ins Haus am Schiebocker Altmarkt. „Wie bitte? Wie ist denn das Signal seit vor und nach der Wende bis heute in die Apotheke gekommen?“, fragt sich Rainer Klotsche verwundert. Also Fehlermeldung aufgenommen zur Weiterleitung an die Sparte Netz. Mehr kann der Monteur nicht tun.

Noch immer eine Hürde

Erst eine Woche später wird das Drama fortgeschrieben. Ein anderer Monteur kommt, um die Leitung im Haus zu messen. Aber auch er kann die Anschlussnummer nicht finden. Also zurück an den Service. Von dort kommt zwei Tage später ein Anruf: Das Problem müsse am Hausanschluss der Apotheke liegen. Rainer Klotsche solle doch bitte den Bauherrenservice kontaktieren, um einen neuen Hausanschluss zu beantragen. Dann am Mittwoch dieser Woche die Erlösung: Zwei Telekom-Mitarbeiter aus Bautzen schalten den Anschluss frei. „Endlich Oberlausitzer Kompetenz. Die Leitung steht!!!“, mailt Rainer Klotsche an die SZ. Er kann mit der neuen Nummer wieder im Festnetz telefonieren und Faxe senden. Letzteres ging seit Ende September nur, indem er den Service von Schreibwaren-Förster nutzte. Jetzt muss er nur noch eine Hürde nehmen: seine alte Nummer zurückholen, damit ihn Kunden und Patienten wieder unter den bekannten sechs Ziffern erreichen können.

Issitec-Inhaber Frank Israel hatte ebenfalls Probleme mit dem Telefonanschluss, als er kürzlich mit seinem Unternehmen in Bischofswerda neu startete. Die Telekom ließ ihn sprichwörtlich von Pontius bis Pilatus laufen, bis er schließlich in einem Servicecenter in Mecklenburg-Vorpommern landete, wo man ihm helfen konnte. „Es war ein weiter Weg“, sagt er.

Die SZ fragte in der vergangenen Woche natürlich auch bei der Telekom nach, um herauszufinden, woran die Probleme liegen, und bat um eine Antwort bis zum Mittwoch. Eine Sprecherin bestätigte den Eingang; die Antwort lag bis zum späten Donnerstagnachmittag noch nicht vor,