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Kein bisschen leiser

Die Stadt muss wieder einen Lärmaktionsplan aufstellen. Auch der wird wohl nichts bringen.

© Dietmar Thomas

Von Jens Hoyer

Döbeln. Lärm macht krank, diese Erkenntnis ist nicht neu. Schon vor Jahren hat die EU deshalb Richtlinien herausgegeben, wie der Lärm eingedämmt werden könnte. Alle fünf Jahre müssen die Kommunen sogenannte Lärmaktionspläne aufgrund von Lärmkarten erstellen. Aber das hat sich als zahnloser Tiger entpuppt. Auf das Problem wird zwar hingewiesen, aber geändert wird dadurch nichts. „Man erzeugt damit eine Erwartungshaltung, die nicht erfüllt werden kann. Die EU denkt verkehrt herum. Sie solle an die Verursacher herangehen. Die Fahrzeuge dürften nicht so laut sein“, sagte Thomas Hanns, Baudezernent der Stadt Döbeln. Die Verwaltung hat gerade wieder einen 10 000 Euro teuren Lärmaktionsplan für die Hauptverkehrsstraßen in Auftrag gegeben. Darum kommt die Stadt nicht herum. Einen Maßnahmeplan, um den Lärm für die Anwohner erträglich zu machen, wird es wohl nicht geben.

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Bei der Lärmkartierung werden alle Straßen berücksichtigt, über die mehr als drei Millionen Fahrzeuge pro Jahr rollen. In Döbeln sind das neben der A 14 und der B 169 die B 175 mit der Mastener Straße, die S 32 mit der Franz-Mehring-Straße und die S 34/ Zschepplitzer Straße. Ende vergangenen Jahres waren der Stadt die Ergebnisse der Lärmkartierung zur Verfügung gestellt worden. Das Ergebnis: 184 Menschen sind täglich Lärmpegeln über 65 Dezibel ausgesetzt, die bei Dauerbelastung zu negativen gesundheitlichen Auswirkungen führen können. Nachts müssen 230 Menschen Lärmpegel über 55 Dezibel ertragen, die ebenfalls ungesund sind. 622 Menschen werden tagsüber mit Schallpegeln über 55 Dezibel belästigt, 409 Menschen müssen nachts 50 Dezibel ertragen, was zu Beeinträchtigung des Nachtsschlafs führen kann.

Wirklich zwingend müssen sich die Straßenträger nur dann mit dem Straßenlärm beschäftigen, wenn an einem Verkehrsweg wesentliche bauliche Veränderungen vorgenommen werden oder wenn er komplett neu gebaut wird. Beim Ausbau der B 175 in Döbeln West – Bahnhofstraße, Lindenallee, Grimmaische Straße – war das der Fall. Dort waren eine ganze Reihe von Wohnungen mit Lärmschutzfenstern ausgestattet worden. Auch beim Bau der Muldenbrücke an der Schillerstraße werden an einigen Stellen Lärmschutzmaßnahmen für die Anwohner notwendig.

Nach dem Aufstellen des Lärmaktionsplanes soll es auch eine Bürgerbeteiligung in Form einer Veranstaltung oder Auslegung geben. „Das wird im Laufe des Jahres passieren“, sagte Hanns. Die Stadtverwaltung muss schon bis 18. Juli dieses Jahres beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Bericht erstatten.