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Kein Durchkommen an der Baustelle

Die Umleitung ist gut beschildert, dennoch missachten Autofahrer die Hinweise in Herrnhut. Wendemanöver sind die Folge.

© Jens Trenkler

Von Jens Trenkler

Herrnhut. Seit Mittwoch bis voraussichtlich Sonnabend dieser Woche ist in Herrnhut die Ruppersdorfer Straße aufgrund von Bauarbeiten für den Fahrzeugverkehr voll gesperrt. Davon betroffen ist auch der Busverkehr der Linie 61 der Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck (KVG). Diese wird für diesen Zeitraum zwischen den Haltestellen „Herrnhut Bahnhof“ und „Ruppersdorf Kirche“ über den Hengstberg und die Großhennersdorfer Straße umgeleitet. Die Haltestellen „Schwan“ und „Am Standesamt“ entfallen ersatzlos.

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Auch, wenn die Umleitungsstrecke im Herrnhuter Stadtgebiet gut ausgeschildert ist, glauben am Mittwochmorgen, dem ersten Tag der eingerichteten Straßensperrung, nur wenige Fahrzeugführer diesen Hinweisen und fahren in die Sackgasse in der Ruppersdorfer Straße in Richtung Schwan. Eine letzte Hoffnung bot diesen Autofahrern eine Baustellenampel, die auf einen wechselseitigen Verkehr in diesem Bereich hoffen ließ. Nach kurzer Betrachtung der Lage war jedem Fahrer schnell klar, dass es hier nur bis in die Firma Krause Metall geht. Die Handlungsweise der Fahrzeugführer war fortan gleich. Umdrehen und dann sichtlich genervt doch die Umleitung in Kauf nehmen.

Solch ein Wendemanöver ist für den Pkw-Fahrer sichtlich kein Problem. Größere Sorgen hat wenig später ein Brummi-Fahrer, welcher am Ortsausgang Schwan nicht weiter kommt. Aufgeregt steigt der Spanier aus seinem Truck und bittet Passanten um Hilfe. Er möchte mit seiner Ladung zur Herrnhuter Metallbaufirma. Das Ziel schon vor den Augen, muss auch er umdrehen. Der Platz für diese Aktion ist für die Länge des Fahrzeuges allerdings zu knapp. Vor, zurück und das mehrfach. Um eine komplette Wendung zu vollziehen müssen kurzerhand die Absperreinrichtungen weichen. Bake und Sperrschild schleppt der kleine Spanier beiseite. Nun kann auch er das Fahrzeug wenden und über den Hengstberg einen Neustart wagen – und erreicht erleichtert nach rund einer halben Stunde sein Ziel.

Unterdessen trifft an der Schauwerkstatt der Herrnhuter Sterne der erste Reisebus des Tages ein. Die Reisegruppe aus Ostprignitz-Ruppin hatte keine Probleme ihr Tagesziel in der Oberlausitz zu erreichen. Wie Birgit Michallek von der Herrnhuter Sterne GmbH auf Nachfrage informiert, gibt es im Rahmen der Sperrung keine Behinderungen für das Unternehmen und die Besucher. „Wir sind auch in diesen Tagen von der Stadt aus wie gewohnt zu erreichen“, sagte die Sterne-Mitarbeiterin.

Auch sonst gab es im Zuge der Umleitungsmaßnahmen kaum Probleme. Das bestätigt auch Alexander Kretschmer von der Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck (KVG). „Wir konnten an den Tagen der Streckenverlegung bislang keinerlei Probleme oder Beschwerden von Fahrgästen feststellen. Ab kommenden Montag werden wir dann wieder wie gewohnt die Linie 61 mit dem gewohnten Streckenplan bedienen können.“ Zudem habe man die Baumaßnahmen ganz bewusst in den Zeitraum der Osterferien gelegt, um den Schülerverkehr nicht zu beeinflussen.

Die Arbeiten am Industriebau bei Krause Metall schreiten unterdessen weiter voran. So konnte in den vergangenen Monaten das erste Hallenteil bis hin zu der installierten Brandschutzmauer errichtet werden. Bis zum Sommer soll die komplette neue Produktionsstätte von Krause Metall fertig sein. Derzeit wird in diesem Bereich eine nötige Abstützmauer aus Betonteilen am Fahrbahnrand der Ruppersdorfer Straße errichtet. Der 5 000 Quadratmeter große Hallenbau wird sich vom vorhandenen Objekt bis hin zur Straße erstrecken. Für das Herrnhuter Metallbauunternehmen hat die Investition gleich mehrere Vorteile. Zum einen können die Produktions- und Lagerflächen erweitert werden und zum anderen werden sich die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter weiter verbessern. Geplant sind nicht nur neue Sanitär- und Pausenräume, sondern auch erweiterte Parkmöglichkeiten für die Angestellten.

Das Unternehmen gehört seit 1998 zur Kesseböhmer-Gruppe aus dem niedersächsischen Bad Essen und ist auf Ladenmobiliar auch bei Discountern spezialisiert. Nach Inbetriebnahme der neuen Halle können dann hier am Standort Präsentationskörbe, Regale und Backwarenvorrichtungen noch effektiver hergestellt werden. Der Mutterkonzern investiert im Rahmen der Modernisierung einen einstelligen Millionenbetrag für eine moderne Gitterschweißmaschine aus der Schweiz.