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Dresden

„Kein Handy in der Zuckertüte“

Eine Forderung von Digitalexperten sorgt für eine breite Diskussion unter den Dresdnern. 

© Symbolfoto: dpa

Ein Smartphone in der Schultüte. Um die Digitalkompetenz der Schüler zu fördern, empfiehlt Achim Berg, der Präsident des Digitalverbands Bitkom, Eltern dieses Präsent in die Zuckertüte zum Schulanfang zu stecken. 

Es ist nicht verwunderlich, dass er als Chef eines Digitalverbandes diese Forderung stellt. Doch seine Worte entfachten eine große Diskussion in den sozialen Netzwerken. Auch in Dresden. Ein Smartphone gehört nicht in die Zuckertüte. Das betont Dr. Georg Heubner, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendmedizin am Städtischen Klinikum Dresden. Ein vertretbares Alter für einen eigenständigen Smartphone-Gebrauch und Internet-Nutzung sei ab zwölf Jahren. 

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„Medizinische Probleme bei übermäßigem und auch zu frühem Smartphone-Gebrauch sind unter anderem Konzentrationsprobleme, Übergewicht und vermehrte Kurzsichtigkeit“, so Heubner. Nicht medizinische Aspekte seien rechtliche Probleme bei Internetaktivitäten von Kindern und Jugendlichen, der ungeschützte Konsum von pornografischen und gewaltverherrlichenden Seiten und Cybermobbing. „Ich halte ein Handy in der Zuckertüte für vertretbar, finde es aber persönlich unpassend, da ich es eher ab einem gewissen Alter unter notwendigem Gebrauchsgegenstand denn Unterhaltungsmaschine „verkaufen“ würde“, sagt Veit Roessner, Direktor Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie an der Uniklinik.

Ein klares Nein zum Handy in der Schultüte kommt von Martin Raschke, Vorsitzender des Kreiselternrates. Digitale Kompetenz lasse sich zumindest in diesem Alter besser durch Eltern und Lehrer begleitet entwickeln. Außerdem seien Whats- App und Facebook für Kinder dieses Alters gar nicht erlaubt.