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Kein Happy End für Oderwitzer Vogelzüchter

Klaus Sonnenburg vermisst Tiere, seit Unbekannte seine Volieren geöffnet hatten. Doch die Ermittlungen sind eingestellt.

© Matthias Weber

Von Mario Sefrin

Oderwitz. Es ist ein trostloses Bild: Die Volieren, in denen der Oderwitzer Klaus Sonnenburg viele Jahre Vögel verschiedener Arten züchtete, sind leer und verfallen zusehends. Nach einer bösen Überraschung im November 2015 hat der Rentner sein Hobby, Vögel zu züchten, aufgegeben. Damals hatte Sonnenburg die Volieren eines Morgens geöffnet vorgefunden. Seitdem vermisst er mehrere Vögel.

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Vor allem der Verlust von vier Gelbwangen- und Blaustirnamazonen schmerzt den Züchter noch immer. Die verschwundenen Amazonen hatten ihren Wert: Der Züchter bezifferte den Schaden im November auf 2.500 Euro. Die Vögel seien gerade im brutreifen Alter, hätten vielleicht in nächster Zeit Eier gelegt und Vogelbabys aufgezogen, erklärt er. „Man steckt ja doch einiges an Arbeit in die Tiere und freut sich, wenn sie sich bei einem wohlfühlen“, sagt Klaus Sonnenburg.

Die etwa 35 Zentimeter großen Papageien mit dem kräftigen grauen Schnabel und grün schillerndem Federkleid sind bis zu dem Vorfall der ganze Stolz des Züchters gewesen. Stattdessen stand der Oderwitzer an jenem Novembertag vor offenen Käfigen, an denen die Riegel fehlten. Das Schloss am Tor zum kleinen Hof mit den Volieren war aufgebrochen, von den verschwundenen Vögeln war weit und breit nichts zu sehen und zu hören. Nur einige Wellensittiche verharrten damals noch in ihren offenen Volieren, andere Wellensittiche dagegen waren wohl in die Freiheit entkommen.

Was genau mit ihnen und vor allem mit den zwei exotischen Vogelpaaren passiert ist, ist noch immer unklar – und wird wahrscheinlich auch nie geklärt werden können. „Ich habe jetzt Post von der Staatsanwaltschaft in Görlitz bekommen, in der mir mitgeteilt wurde, dass die Ermittlungen in diesem Fall eingestellt sind“, erzählt der Oderwitzer. Nach dem Vorfall im November hatte er bei der Polizei Anzeige erstattet. Klaus Sonnenburg vermutet mehrere Täter hinter dem Vorfall: „Die müssen sich hier ausgekannt haben“, sagt er. Die Polizei hatte nach der Anzeige Ermittlungen aufgenommen – ohne Erfolg, wie sich jetzt herausgestellt hat.

Auch Klaus Sonnenburg hat danach noch einige Versuche unternommen, auf die Spur seiner verschwundenen exotischen Vögel zu kommen. „Ich habe mal bei Verkaufsportalen im Internet nachgeschaut, ob ich vielleicht meine Vögel dort entdecke“, sagt er. „Aber das ist eigentlich aussichtslos. Zwar waren meine Tiere beringt, aber so ein Ring lässt sich ja entfernen. Und dann lassen sich die Tiere nicht mehr eindeutig zuordnen.“

Auch die Hoffnung, dass die Tiere in der Gegend gesehen werden, hat Klaus Sonnenburg mittlerweile aufgegeben. So habe er mal von Meldungen gehört, solche Tiere seien unter anderem in Mittelherwigsdorf und Löbau gesehen worden. „Aber ob das wirklich stimmt, weiß ich nicht. Und wenn es so sein sollte, ist nicht sicher, ob das meine Tiere waren.“ Sollte es aber so sein, räumt Klaus Sonnenburg ihnen sogar Überlebenschancen ein: „Das sind robuste Tiere. Die könnten durchaus hier in der Region klarkommen“, sagt der Oderwitzer.

Etwa 60 Vögel verschiedener Arten habe er einmal gehabt, erzählt der Oderwitzer. Geblieben ist ihm kein einziger. Einige seiner Kanarienvögel und Königssittiche hatte er schon vor dem Ereignis im November bei Zuchtkollegen untergebracht, andere Vögel hatte der Rentner verkauft, da er zum Jahreswechsel Urlaub machen wollte. Die Vögel aus den noch im November besetzten zwei Volieren wollte Klaus Sonnenburg in der Zeit seines Urlaubs an Bekannte geben. „Jetzt, im Januar wollte ich sie mir aber zurückholen“, sagt er.

Noch im November, nach dem Vorfall mit seinen Volieren, hatte Sonnenburg beteuert, dass er die Vogelzucht nicht aufgeben will. Mittlerweile zwingen ihn wohl aber gesundheitliche Probleme dazu, diese Aussage zu überdenken. Das Hobby aufzugeben, dürfte ihm schwerfallen – immerhin hat Klaus Sonnenburg seit mehr als 40 Jahren Vögel gezüchtet, darunter auch immer wieder exotische Arten. „Schon als Kind hatte ich Vögel“, erzählt er. Nun blickt er auf leere Volieren.