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Weißwasser

Kein Happyend beim Bambini-Turnier

Beide Teams aus Weißwasser scheiden beim Glasmacherpokal vor dem Halbfinale aus. Lange traurig sind die Kids aber nicht.

In der Mannschaftskabine von Team „Blau“ aus Weißwasser schien die erste Enttäuschung über das Verpassen der Finalrunde schnell verflogen.
In der Mannschaftskabine von Team „Blau“ aus Weißwasser schien die erste Enttäuschung über das Verpassen der Finalrunde schnell verflogen. © Steffen Bistrosch

Ungezählte Emotionen, 640 Minuten Sport und Spiel; 189 Tore, acht Teams und zum dritten Mal hintereinander ein Sieger aus Berlin. Das bot der Glasmacherpokal an rein sportlichen Aspekten am Sonnabend in der Weißwasseraner weeArena. Alles wie immer? „Denkste, denkste“, würde der Protagonist einer Vorabendserie des Kinderfernsehens aus längst vergangenen Jahren sagen.

Patrick Kienscherf, seines Zeichens Nachwuchscoach der als Favorit ins Rennen gegangenen Eisbären aus Berlin, war sich zu Beginn des Turniers keineswegs sicher, die begehrte Trophäe erneut mit in den heimatlichen Bau nehmen zu dürfen. Nur die besten Spieler der Jahrgänge 2009 und 2010 durften den Weg in die Lausitz antreten. Kienscherf mochte sich zu keiner Prognose hinreißen lassen, als Mitfavoriten sah er in erster Linie die sächsische Konkurrenz aus Dresden und Weißwasser. Die Kontrahenten kennen sich bestens aus dem aktuellen Spielbetrieb, in dem die Weißwasseraner bislang stets die Nase vorn hatten.

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Nach der feierlichen Eröffnung durch Bernhard Stefan spielten die acht Teams in zwei Gruppen zunächst den Gruppensieger aus. Weißwasser spielte dabei, für viele überraschend, keine entscheidende Rolle. Die Taktik, mit zwei gleich starken Teams gegen die in Bestbesetzung antretenden Gegner bestehen zu wollen, erwies sich insofern als Erfolg, als dass zwar kein hoffnungslos unterlegenes „B“-Team zweistellig abgefertigt wurde. Allerdings war auch keins der beiden Teams in der Lage, deutliche sportliche Akzente zu setzen. Wenngleich das Verpassen der Finalrunde durchaus für beide Teams als knapp bezeichnet werden kann, gab es viele Tränen auf dem Eis und ratlose Gesichter auf den Rängen. Das hatten sich viele sicher anders erhofft.

Der Stimmung in der Halle tat das sportliche Abschneiden indes keinen Abbruch. „Perfekt wie immer“, so das übereinstimmende Urteil der zahlreichen Besucher. Das meinte beispielsweise auch Gregor, der die Eislöwen um seinen Filius Julius aus Dresden mit seiner Trommel lautstark begleitete. „Alles super“, meinte er unter der Zustimmung des Dresdener Fanblocks. „Vor allem das Catering“.

Großen Anteil daran hatte das Organisationskomitee unter Stefanie Sprejtz. Seit September hatten sich die Eltern akribisch auf ihr einziges bedeutendes Heimturnier vorbereitet. „Zu Beginn musste manche Überzeugungsarbeit geleistet werden“, meinte sie schmunzelnd. „Aber dann lief es sehr gut“. Denn „ohne die vielen Helferinnen und Helfer wäre der Aufwand nie zu stemmen gewesen“. Am Ende eines langen Tages fühlte sie sich ebenso erschöpft wie die Kinder.

Kein Wunder, denn das, was im Fuchsbau geboten wurde, konnte sich wirklich sehen lassen. In der geöffneten Stadionkneipe und an den Bier- und Verpflegungsständen kam echte Heimspielstimmung auf. Viele Hunderte zufriedene Besucher dankten es den Organisatoren. Und die Füchse? Waren ebenfalls da. Nach dem siegreichen Auswärtsspiel vom Freitag zeigten die Profis in einer öffentlichen Trainingsstunde den Anwesenden ihr Können. Das der Nachwuchs ebenfalls etwas kann, zeigten sie im Spiel gegeneinander, in dem es leider nur um Platz fünf ging. Im torreichsten Spiel setzte sich Weißwassers „Gelb“ gegen „Blau“ durch. Trainer Torsten Hanusch konnte eine gewisse Enttäuschung nicht leugnen. Die Ergebnisse seien knapp gewesen, das Erreichen des Halbfinals möglich. Aber, so betonte er, niemand müsse den Kopf hängen lassen. Alle hätten ihr Möglichstes gegeben.

Schon nächste Woche findet das nächste hochkarätig besetzte Turnier in Berlin statt. Da wolle man mit der aktuell stärksten Truppe angreifen. Denn siegen, das habe seine Mannschaft nicht verlernt. Nur auf später verschoben. „Siehste, siehste“, würde dann eingangs erwähnter Protagonist wohl (wieder) sagen.