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Weißwasser

Kein Hurra-Eishockey, aber endlich ein Sieg

Die Lausitzer Füchse bezwingen den Tabellennachbarn Kaufbeuren mit 4:1 – auch weil der Trainer eine andere Taktik wählt.

Die Protagonisten des Treffer zum 2:0 jubeln: Oliver Granz und Jordan George gaben die Vorlagen, Clarke Breitkreuz (rechts) fälschte die Scheibe ins Tor ab.
Die Protagonisten des Treffer zum 2:0 jubeln: Oliver Granz und Jordan George gaben die Vorlagen, Clarke Breitkreuz (rechts) fälschte die Scheibe ins Tor ab. © Gunnar Schulze

Die Lausitzer Füchse haben das ganz wichtige Spiel gegen den unteren Tabellennachbarn Kaufbeuren mit 4:1 (2:0, 1:1, 1:0) gewonnen. Zwar war nur wenig von begeisterndem Offensiv-Eishockey zu sehen, dafür präsentierten die Füchse ein ganz anderes Niveau bezüglich Effektivität und Defensivstabilität. Das und ein starker Rückhalt durch Torwart Mac Carruth reichte am Ende zum Sieg.

Den Füchsen war von der ersten Sekunde an anzumerken, dass sie nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzten. Von begeisterndem Tempoeishockey war ncihts zu sehen. Trainer Corey Neilsson hatte sich in einer harten Trainigswoche wohl mehr auf die Defensive konzentriert. Jedenfalls ging erst einmal auf beiden Seiten nicht viel, auch nicht bei Vier-gegen-Vier oder der ganz schwach gespielten ersten Überzahl der Füchse. Plötzlich hatte dann Breitkreuz die erste große Chance im Spiel, scheiterte aber kurz vor der Torlinie an Gästetorwart Dalgic (11.). Auf der anderen Seite war der wieder sicher wirkende Mac Carruth gegen den allein auf ihn zulaufenden Lukes mit der Fanghand zur Stelle (12.). Füchse-Probespieler Eddy Rinke-Leitans stürmte in der vierten Reihe und gab mit harten Checks wohl auch einen Weckruf. Jedenfalls gingen die Füchse wenig später aus dem Nichts in Führung. Keussen hatte aus dem Abwehrdrittel George schön angespielt, der den im Rücken der Verteidiger heranstürmenden Farmer sah und die Scheibe durch die Kaufbeurer hindurch zu seinem Mitspieler brachte. Der nahm den Puck gut mit, legte ihn sich vor dem Tor auf die Rückhand und lupfte ihn über den Schoner von Dalgic (16.). Wenig später gelang das 2:0. George hatte sich die Scheibe im Forechecking geholt und auf dei andere Seite gebracht, wo sie Verteidiger Grantz unter Bedrängnis vor das Tor brachte, Dort fälschte sie Breitkreuz durch die Beine von Dalgic zum 2:0 ab (18.). Effektiv, konnte das Fazit bezüglich der Füchse nach dem ersten Drittel nur lauten.

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Gleich zu Beginn des Mittelabschnitts holte sich Füchse-Stürmer Boiarchinov einen ungeschickte Strafe ab. Die Füchse schienen die Unterzahl schon ohne größere Probleme überstanden zu haben, da schlug es doch noch ein. Schmidle lief in einen Pass vor das Tor, nahm die Scheibe mit dem Schlittschuh mit und hatte plötzlich nur noch die freie kurze Ecke vor sich (23.). Aber die Antwort der Füchse ließ nicht lange auf sich warten, und die vierte Reihe gab sie: Pozivil erkämpfte die Scheibe nach einem Rinke-Leitans-Schuss, spielte schnell hinter das Tor zu Streu, der sie vor das Tor zu Kuschel weiterleitete, der wiederum direkt abzog und durch die Beine von Torwart Dalgic traf (26.). Danach rettete Carruth in höchster Not gegen einen 2:1-Konter der Gäste, bevor das Spiel wieder deutlich zerfahrener wurde. Die Füchse kassierten zwei umstrittene Strafen (Rinke-Leitans und Keussen), überstanden die Unterzahlsituationen aber relativ sicher. Die Füchse hatten noch eine gute Chance, als nach einem Schönen Spielzug plötzlich drei Spieler allein vor Dalgic auftauchten, aber der Gästetorwart blieb Sieger.

Das Schlussdrittel begannen die Füchse ein Überzahl, konnten aber bis auf einen gefährlichen George-Schuss (knapp vorbei) erneut nur wenig damit anfangen. Aber defensiv ließen die Füchse kaum etwas anbrennen. Und als die Kaufbeurer versuchten, im gegnerischen Drittel viel Druck aufzubauen, konnten sich die Füchse befreien und den Konter zum 4:1. Hammond hatte Murphy beim Konter eingespielt, die Füchse damit eine 2:1-Situation, die Murphy allein abschloss, mit einem Schuss genau unter die Latte (43.). Danach war dem Füchse-Spiel anzumerken, dass das Risiko klein gehalten werden sollte. Eine weitere Unterzahl überstanden die Lausitzer erneut problemlos. Als dann Keussen nach einer kleinlichen Schiedsrichterentscheidung erneut auf die Strafbank musste, hatten die Füchse die beste Chance. Streu schloss einen 2:1-Konter allein abm aber der Gästetorwart hielt. So nach und nach lief den Gästen die Zeit davon. Füchse-Torwart Mac Carruth verhinderte mit seiner blitzartigen Vorhand ein, zweimal einen Anschlusstreffer. Die Gäste fanden keine Mittel und verzichteten gegen die schnörkellos verteidigenden Füchse auch darauf, den Torwart vom Eis zu nehmen.

Am Ende blieb es beim 4:1, das den Füchsen auch Auftrieb für die schwere Auswärtspartie am Sonntag in Heilbronn geben sollte. (mit Thomas Wagner)

Statistik

Lausitzer Füchse – ESV Kaufbeuren 4:1 (2:0, 1:1, 1:0)

Tore:
1:0 Robert Farmer 16:00 (Assist: George, Keussen)
2:0 Clarke Breitkreuz 17:23 (Granz, George)
2:1 Max Schmidle 22:20 (Laaksonen, Eichinger)
3:1 Philip Kuschel 24:31 (Streu, Pozivil)
4:1 Darcy Murphy 43:32 (Granz, Hammond)

Lausitzer Füchse
Tor: Carruth
Abwehr: Keussen, Kania – Granz, Monteith – Mik, Pozivil
Sturm: Boiarchinov, Murphy, Hammond – Farmer, George, Breitkreuz –Breitkreuz, Schwamberger, Andres – Kuschel, Einke-Leitans, Andres

ESV Kaufbeuren
Tor: Dalgic
Abwehr: Thiel, Pfaffengut – Kittel, Eichinger – Koziol, Ketterer
Sturm: Lukes, Kerälä, Blomquist – Lewis, Wörle, Gracel – Schmidle, Laaksonen, Latta – Wolter, Thomas, Gschmeißner

Schiedsrichter: Marc-André Naust, Volker Westhaus
Strafen: Füchse 12 + 10 Rinke-Leitans, Kaufbeuren 12
Zuschauer: 2.126