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Kein Konzept für Behr’sche Villa

An der Glacisstraße sollen zwei Neubauten entstehen, die Villa bleibt unsaniert. Die Stadt weist die Verantwortung von sich.

© Sven Ellger

Von Kay Haufe und Sarah Grundmann

Hotel Stadt Leipzig, Schloss Übigau, Behrsches Haus – viele Dresdner Denkmäler sind dem Verfall preisgegeben. Auf dem Grundstück der Behrschen Villa an der Glacisstraße hat die Firma Gamma Immobilien zwar die Arbeiten für zwei Neubauten gestartet, das Denkmal wird indes nicht saniert. Das stößt auf Kritik.

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Das Kollektiv StadtbilDD – ein Zusammenschluss von architekturinteressierten Dresdnern – ist entsetzt: „Die Neubauten beweisen eindrucksvoll, dass sich weder Gamma-Immobilien noch der Architekt weder mit der städtebaulich gegebenen, noch der historischen Umgebung beschäftigt haben. Und das Stadtplanungsamt kein Interesse dahingehend verfolgt, dass Bauherren dies überhaupt tun“, sagt Gotmar-Michael Wolf.

Leider sei dies in Dresden aber keine Seltenheit. Bislang ging Wolf davon aus, dass das Gebäude saniert werde. Das Stadtplanungsamt hat nun beim Investor nachgefragt, wann mit einer Sanierung der Villa zu rechnen ist. „Eine Antwort wurde uns zeitnah zugesichert“, heißt es aus dem Amt. Man sei stets von einer Sanierung der Villa ausgegangen, denn sie sei der Anker bei einer Entwicklung des Quartiers. Sowohl ideell als auch aus stadträumlicher Sicht.

Das Denkmalschutzamt verweist darauf, dass nur die Villa, nicht aber die umgebenden Freiflächen als Denkmal erfasst sind. Neubauten in der Umgebung eines Denkmals müssten auch genehmigt werden, wenn „das Erscheinungsbild des Kulturdenkmals durch das Vorhaben nur unerheblich oder nur vorübergehend beeinträchtigt wird“, schreibt das Amt auf SZ-Nachfrage.

Die untere Denkmalschutzbehörde habe keine Möglichkeit gesehen, die Zustimmung zur Errichtung der Neubauten mit einer Forderung nach Sanierung der Villa zu verknüpfen. „Es besteht lediglich die Möglichkeit, vom jeweiligen Eigentümer die pflegliche Behandlung, die denkmalgerechte Erhaltung im Rahmen des Zumutbaren und den Schutz des Denkmals vor Gefährdung zu fordern“, heißt es. Damit kann gegenüber dem Eigentümer eine Sicherung des Gebäudes eingefordert werden, um es vor Schäden und unberechtigtem Betreten zu schützen und so den Erhalt des Denkmals zu gewährleisten.

Gamma Immobilien will sich zum Thema nicht äußern. Die Firma plant den Bau von 22 Eigentumsapartments in zwei vier- und fünfgeschossigen Häusern mit Flachdach und weiß-grauer Farbgebung. Die Arbeiten laufen bereits.