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Kein Tierschutz auf der A 4

Gravierende Verstöße stellt die Polizei bei der Kontrolle von Tiertransporten fest. Eine Kuh verendete auf der Ladefläche, andere wurden vor der Fahrt nicht gemolken.

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Hainichen (A 4). Ingesamt 14 Tiertransporte wurden Anfang der Woche auf der A 4 in Fahrtrichtung Erfurt auf dem Parkplatz „Rossauer Wald“ unter die Lupe genommen. Die Beamten der Chemnitzer Verkehrspolizei führten am Montag und Dienstag Schwerpunktkontrollen im Bereich Tiertransporte durch. Unterstützt wurden sie dabei von Mitarbeitern des Veterinäramtes des Landkreises Mittelsachsen.

60 Schweine hatte der Transporter zu viel geladen. Um die Belastung für die Tiere nicht unnötig zu erhöhen, erlaubten die Beamten die Weiterfahrt zum Bestimmungsort.
60 Schweine hatte der Transporter zu viel geladen. Um die Belastung für die Tiere nicht unnötig zu erhöhen, erlaubten die Beamten die Weiterfahrt zum Bestimmungsort.
Ein Schlachtrind verendete während der Fahrt auf einem Tiertransporter.
Ein Schlachtrind verendete während der Fahrt auf einem Tiertransporter.
Andere Rinder waren laut Polizei nicht transportfähig, da sie vor Antritt der Fahrt nicht gemolken worden.
Andere Rinder waren laut Polizei nicht transportfähig, da sie vor Antritt der Fahrt nicht gemolken worden.

In der Bilanz stehen nunmehr 22 Bußgeldanzeigen wegen Verstößen gegen das Fahrpersonalgesetz, die Tierschutztransportverordnung und das Tierschutzgesetz.

Am Montag wurde ein mit Schlachtrindern beladener Transporter kontrolliert. Aufgrund des schlechten Gesundheitszustandes einiger Tiere wurde die Weiterfahrt von den Polizisten und dem Amtstierarzt untersagt. Auf der Ladefläche lag eine verendete Kuh, ein verletztes Tier musste eingeschläfert werden und drei weitere Kühe waren ebenfalls nicht transportfähig, da sie vor Antritt der Fahrt nicht gemolken worden. Unter Polizeibegleitung wurde der Tiertransport von der A 4 zur zuständigen Firma zurückbegleitet, um die erforderlichen Maßnahmen wie Melken und Einschläfern durchführen zu können.

Die Kontrollen am Dienstag ergaben Folgendes: Bei einem mit 530 Ferkeln auf drei Ebenen beladenen Tiertransport stellte sich heraus, dass dieser 60 Schweine zu viel geladen hatte. Unter Abwägung aller Möglichkeiten und um die Transportdauer für die Tiere so kurz wie möglich zu halten, erlaubten die Beamten die Weiterfahrt zum Bestimmungsort.

Ein mit Kälbern beladener Tiertransport wurde am Dienstagnachmittag auf dem Parkplatz kontrolliert. Der Fahrer war nicht im Besitz eines entsprechenden Befähigungsnachweises für Tiertransporte. Die Weiterfahrt wurde von den Beamten untersagt. Die zuständige Firma musste einen Ersatzfahrer schicken. Zudem fand sich auf der Ladefläche ein abgemagertes Kalb. Es wurde für die Weiterfahrt von den restlichen Tieren im Transporter getrennt.

Nach Polizeiangaben verlief die überwiegende Anzahl der insgesamt 14 Kontrollen jedoch an beiden Tagen ohne größere Beanstandungen. (DA)