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Kein Turm-Schild an der Autobahn

Löbau will an der A 4 mit dem „Gusseisernen“ werben. Laut den Behörden ist der Turm aber nicht dafür geeignet.

© Thomas Eichler

Von Patrick Richter

Löbau. Er ist das Wahrzeichen der Stadt, das man auch noch bis in weite Entfernung sehen kann. Wie die SZ am Sonnabend berichtet hat, möchte die Stadt nun gern ein braunes Hinweisschild an der Autobahn platzieren, um Touristen zu locken. Der König-Friedrich-August-Turm soll darauf der Botschafter an der A4 sein. Nun macht eine Regelung dem wahrscheinlich einen großen Strich durch die Rechnung.

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Wie Isabel Siebert vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) mitteilt, darf das Schild an der Autobahn nicht mit dem Löbauer Turm beschriftet werden. Dafür gelten laut Richtlinien Hürden, die für den Gusseisernen zu hoch seien. Nach den Kriterien für die touristischen Hinweisschilder muss eine solche Attraktion mindestens 10000 Gästebetten, 25000 Übernachtungsgäste, oder 25000 Besucher im Jahr vorweisen können. Vorgaben, die der Turm nicht erfüllt und somit nicht an der Autobahn gezeigt werden darf.

Isabel Siebert begründet das darin, dass dort nur Ziele beworben werden dürfen, die für den Tourismus von sehr großer Bedeutung sind. „Die Tafel ’Löbau‘ ohne Nennung eines einzelnen Ausflugsziels erfüllt aber selbstverständlich die Anforderungen“, so Frau Siebert. Anders sind die Vorgaben an der B178n. Dort wirbt Löbau bereits seit geraumer Zeit mit dem Turm und dem Haus Schminke. Beide Ziele wären an der Autobahn nicht zugelassen – auch zwei Attraktionen auf einer Tafel sind laut dem Regelwerk nicht möglich.

Eva Mentele von der Stadt Löbau ist überrascht: „Die Regelung ist mir neu“, sagt sie auf SZ-Anfrage. Die Stadtverwaltung muss sich nun wohl für ein neues Motiv entscheiden. Schon Ende 2012 hatte die Kreisstadt eine touristische Hinweistafel vom Lasuv genehmigt bekommen. Wie es im Rathaus heißt, soll das neue Schild spätestens bis zum Tag der Sachsen im nächsten Jahr aufgestellt sein, um an der Autobahn für die Stadt zu werben.