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Keine Altersgrenze für Nudeln und Reis

Um Verschwendung von Lebensmitteln einzudämmen, sollen langlebige Produkte ihr Haltbarkeitsdatum verlieren.

Brüssel. Das Mindesthaltbarkeitsdatum für langlebige Nahrungsmittel wie Nudeln und Reis wird möglicherweise verschwinden. Die EU-Agrarminister diskutieren heute in Brüssel über einen entsprechenden Vorschlag Schwedens und der Niederlande. Damit soll die Verschwendung von Lebensmitteln reduziert werden. Tonnenweise werde in der EU völlig einwandfreie Nahrung weggeworfen, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist.

In der EU werden jährlich 89 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, heißt es in dem Papier für die Ministerrunde. Der Vorstoß wird von Dänemark, Deutschland, Österreich und Luxemburg unterstützt. „In vielen Ländern sorgt die Kennzeichnung von Lebensmitteln für unnötige Verschwendung“, heißt es in dem Brief.

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Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace fordern solche Maßnahmen seit Längerem. Nach Angaben des Handelsverbands Deutschland (HDE) könnte der Verpackungsaufdruck „mindestens haltbar bis“ demnach künftig für Tee, Kaffee, Reis, trockene Pasta und Hartkäse entfallen. „Das ist ein sinnvoller Schritt, um Lebensmittelabfälle zu verringern“, sagte HDE-Geschäftsführer Kai Falk. „Oft werden Lebensmittel einfach aus Unsicherheit weggeworfen. Viele Verbraucher verwechseln das Mindesthaltbarkeitsdatum mit dem Verfallsdatum.“ Bisher müssen nur wenige Produkte kein Mindesthaltbarkeitsdatum aufweisen: frisches Obst und Gemüse, das ohnehin rasch verbraucht wird, Wein und hochprozentiger Alkohol, Backwaren, Essig, Speisesalz, Zucker in fester Form und Kaugummi. Konkrete Entscheidungen wollen die EU-Agrarminister heute indes noch nicht fällen. (dpa)