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Keine Angst vorm Feueralarm

Turnusmäßig führte die Kita „Zwergenland“ ihre Alarmübung durch. Diesmal sogar mit echten Qualm und Feuerwehrmännern.

© Kristin Richter

Von Jörg Richter

Großenhain. Kurz vor 15 Uhr schrillt das Alarmsignal durch die Kita-Räume in Skässchen. Erzieherinnen und Kinder sind überrascht. Feuer! Doch nirgendwo ist Rauch zu sehen. Alle wissen genau, was jetzt zu tun ist. Sie lassen alles stehen und liegen und verlassen geordnet und ruhig das Kita-Gelände. Hausschuhe werden diesmal angelassen, denn zum Anziehen der Straßenschuhe bleibt keine Zeit. Auf dem etwa hundert Meter entfernten Bolzplatz kommen die 43 Zwergenland-Kinder und ihre Erzieherinnen zusammen. Kita-Leiterin Silvia Laurisch ist begeistert. „Ihr habt nur zwei Minuten gebraucht. Das ist klasse!“ sagt sie.

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Die Erzieherinnen aus der Krippe haben besonders clever reagiert. Sie hatten sich schnell das fahrbare Kinderbett aus dem Gruppenraum geschnappt und alle Knirpse, die noch nicht selbst oder nur langsam laufen können, hineingestellt und ins Freie geschoben.

Als alle Kinder langsam realisiert haben, dass es sich nur um eine Alarmübung handeln muss, ertönt aus der Ferne wieder ein lautes Signal. Diesmal ist es das Martinshorn einer Feuerwehr. Sie fährt mit Blaulicht auf den Kita-Partplatz. War es vielleicht doch kein Probealarm, sondern Ernst?

Alle Knirpse sind aber beruhigt, als drei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Skaup aussteigen. Sie haben weder Einsatzjacke an noch den Helm auf und sehen sehr entspannt aus. Es sind der Skauper Ortswehrleiter René Schumann, sein Bruder Maik Schumann und Bernd Barwitzki. Letzterer zählt zu den älteren Kameraden in Skaup und freut sich, als er seine Enkelin unter den sieht. Er hebt sie hoch, nimmt sie auf den Arm und gibt ihr erst mal einen Schmatzer. Spätestens jetzt ist klar, dass es nur eine Übung ist. „Auch unsere Erzieherinnen haben nichts davon gewusst“, sagt Silvia Laurisch. Nur die Kita-Leiterin und ihre Stellvertreterin Angela Zickler waren eingeweiht.

Dass die Schumann-Brüder und Opa Bernd auf volle Montur, Schläuche ausrollen und Wasserspritzen verzichtet haben, hat seinen Grund. „So übertreiben muss man es nicht“, sagt der Ortswehrleiter und berichtet von einer Alarmübung in der Kita Strauch. „Die ging nach hinten los“, erzählt René Schumann. Dort begannen Kinder zu weinen, weil sie dachten, dass es wirklich brennt. Seitdem geht es die Skauper Feuerwehr bei den jährlichen Probealarmen in Kitas und Schulen ruhiger an.

Die Knirpse der Kita Zwergenland, die zur Diakonie Riesa-Großenhain gehört, sind dennoch voll bei der Sache und hören staunend zu, als die drei Kameraden die Geräte auf ihrem Feuerwehrauto zeigen und erläutern, wie sie heißen und wozu sie gebraucht werden.

Später gibt es doch noch echten Rauch zu sehen. Die Feuerwehrleute haben mit einer Nebelmaschine den Aufenthaltsraum der Erzieherinnen in Qualm gehüllt. Die Kinder stehen im Foyer, und Maik Schumann erläutert, wie sie sich verhalten sollen, wenn sie im Ernstfall Rauch bemerken. „Die 112 anrufen“, sagt ein Junge. Und ein anderer ergänzt: „Aber nicht die 110! Das ist nämlich die Polizei.“ Maik Schumann lacht: „Wir haben ja hier lauter Profis unter euch.“