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Keine Bässe mehr am Wiener Platz

Ende 2017 kündigte der Betreiber des Musikparks das Aus für Dresdens größte Diskothek an. Nun spricht der Vermieter über die Gründe und neue Pläne.

© René Meinig

Von Sarah Herrmann

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Noch ist es auf einem großen Schild an der Fassade zu lesen: Musikpark steht in weißen und roten Buchstaben am Haus auf dem Wiener Platz. Doch Musik hallt schon seit Langem nicht mehr durch die Räumlichkeiten gegenüber dem Hauptbahnhof. Bereits im Sommer 2016 hatte ein Wasserschaden Dresdens größte Diskothek lahmgelegt. Es folgten Streitigkeiten zwischen Vermieter und Mieter – bis Musikpark-Sprecher Peter Dyroff vor einem guten Monat das endgültige Aus verkündete. Nun meldet sich auch der Eigentümer.

„Das Mietverhältnis wurde einvernehmlich beendet“, sagt TLG-Sprecher Christoph Wilhelm. Leider habe der bisherige Mieter die Fläche allerdings nicht ordentlich beräumt. „Deswegen werden wir nun den vollständigen Rückbau der Diskothek veranlassen. In diesem Zuge werden wir auch gleich alle Folgen des Wasserschadens im Rahmen einer umfassenden Sanierung beseitigen, um die Fläche wieder ohne Mängel vermieten zu können“, so Wilhelm. Dann soll auch die Außenwerbung entfernt werden.

„Ursache für die Schäden war im Übrigen laut vorliegendem Gutachten ein durch den Musikpark seinerzeit mangelhaft sanierter Wasserschaden aus dem Jahr 2013. Hier war die TLG noch nicht Eigentümerin des Objekts“, sagt der Pressesprecher. Die Berliner Immobilienfirma hatte das Gebäude am Wiener Platz erst im Februar 2016 übernommen. Laut Musikpark-Sprecher war der Schaden allerdings durch Starkregen im Juni 2016 entstanden. Auf eine gerichtliche Auseinandersetzung haben es die beiden Parteien trotz widersprüchlicher Meinungen nicht ankommen lassen.

Eines steht für die TLG indes fest: Eine Diskothek soll nicht wieder in die frei gewordenen Räume ziehen. Dagegen habe man sich vor allem entschieden, um das Umfeld zu schützen. Gerade durch die Bebauung des Wiener Lochs gibt es mittlerweile einige Anwohner, die sich von den lauten Bässen gestört fühlen könnten.

Konkrete Aussagen zum gewünschten Nachmieter macht Wilhelm indes nicht. Er müsse sich ins Umfeld einpassen. Neben der ehemaligen Diskothek-Fläche mit rund 2 100 Quadratmetern steht auch ein Laden mit etwa 460 Quadratmetern im Erdgeschoss der Immobilie frei. Beide könnten auch gemeinsam angemietet werden, sagt Wilhelm. Bleibt abzuwarten, welcher Schriftzug die Fassade demnächst ziert.