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Keine Drogen am Wiener Platz

Etwa 50 Menschen protestierten am Hauptbahnhof. Gleichzeitig gab es eine Demo auf der Elbe.

Pegida, Festung Europa, AfD, NPD, Stadtteilinitiativen – der Protest besorgter Bürger zersplittert immer weiter. Nun gibt es eine neue Initiative. Pegida-Mitbegründer René Jahn und Barbara Lässig (FDP) haben am Sonnabend zu einer stillen Demonstration vor dem Hauptbahnhof aufgerufen. Gegen 15.30 Uhr versammelten sich rund 50 Menschen und bildeten für einige Minuten eine Kette. Auch Maximilian Krah, Beisitzer im CDU-Kreisvorstand, nahm daran teil.

Die meisten trugen gelbe Warnwesten, auf denen „Keine Drogen in Dresden“ und ein arabischer Schriftzug stand. „Wir wollen die Dealer aus dem Zentrum bekommen“, sagte Lässig. Sie kritisierte auch, dass die Finanzierung der Citystreife wacklig sei, wie die letzte Stadtratssitzung gezeigt habe. Der Wiener Platz steht seit zwei Jahren in der Kritik. Vor allem Ausländer bieten dort weiche Drogen wie Marihuana an.

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Die Aktion wurde durch Aufrufe rechtsextremer Gruppen bekannt. Am Freitag meldeten plötzlich Jahn und Lässig ihre Versammlung an. Lässig sagte, sie distanziere sich von jenen Gruppen. „Wir haben unseren Aufruf verbreitet, der natürlich auf Facebook wild geteilt wurde. Auch von Rechten.“ Sie spreche für eine Initiative von zwölf Dresdnern. Einer ist Torsten Kah. „Wir werten unsere Aktion nun aus, dann sehen wir weiter“, sagte er. „Wir wollen mit aller Macht – friedlich – Fehlentwicklungen verhindern“, sagte er mit Verweis auf „Parallelgesellschaften“ anderer Städte. Man wolle lokale Missstände thematisieren, die jedoch lösbar seien. Ob die Passanten den Sinn der Aktion vor dem Bahnhof auch so verstanden haben? Eher nicht.

Unter dem Motto „Fähren statt Frontex“ hat die „Undogmatische Radikale Antifa Dresden“ (URA) zur gleichen Zeit auf der Elbe für offene Grenzen demonstriert: Auf einer angeblich gekaperten Johannstädter Elbfähre hissten die Aktivisten Transparente und zündeten Pyrotechnik. Die URA forderte Fähren für Flüchtlinge im Mittelmeer. Bei keiner der beiden Aktionen kam es zu Zwischenfällen. (SZ/lex/aho)