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Gesundheit

Keine falsche Scheu bei Darmbeschwerden

Die Krankenkassen raten zu regelmäßiger Krebsvorsorge. Der Gesetzgeber hält zudem eine Neuerung parat.

Liebe deinen Darm, und vor allem: Nutze die Darmkrebs-Früherkennungsangebote der Krankenkassen! © dpa/Monique Wüstenhagen

Der Darm ist mit bis zu acht Metern Länge das größte Organ im menschlichen Körper. Und er leistet Schwerstarbeit: Rund 30 Tonnen Nahrung und 50.000 Liter Flüssigkeit verarbeitet der Darm durchschnittlich im Laufe eines Lebens.

Aber im Darm werden nicht nur die Nährstoffe verdaut und aufgenommen. Hier ist auch ein großer Teil unseres Immunsystems zuhause. Außerdem wird das Organ von einem Geflecht von Millionen Nervenzellen durchzogen.

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Und trotzdem beschäftigen wir uns ungern mit diesem erstaunlichen Organ. Über Verstopfung, Blähungen, Schmerzen oder Durchfall wird diskret geschwiegen. Selbst bei andauernden Magen-Darm-Problemen ist es vielen Menschen unangenehm, einen Arzt auf das Thema anzusprechen. Ein Fehler. Anhaltende Darmbeschwerden sind nicht nur lästig, sondern sie können Anzeichen ernster Erkrankungen sein. Deshalb sollte man keine Scheu haben und anhaltende oder immer wieder kehrende Darmprobleme mit seinem Arzt besprechen.

Darmkrebs ist eine stille Krankheit

"Aber auch wer keine Beschwerden hat, sollte ab dem 50. Lebensjahr die Früherkennungsuntersuchungen auf Darmkrebs regelmäßig nutzen", rät Bernd Amann, Regionalgeschäftsführer der IKK classic in Dresden. "Darmkrebs ist eine stille Krankheit, die lange keine Beschwerden verursacht." Insbesondere durch eine Darmspiegelung - Koloskopie - können die gutartigen Vorstufen entdeckt und entfernt werden, bevor Krebs entsteht.

Darmkrebs ist in Deutschland eine der häufigsten Krebsarten. Frühzeitig erkannt, ist er jedoch sehr erfolgreich behandelbar. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Darmkrebsvorsorge ab dem 50. Lebensjahr. Dazu gehört im Alter von 50 bis 54 Jahren ein jährlicher Test auf okkultes (nicht sichtbares) Blut im Stuhl. 

Seit April dieses Jahres haben Männer bereits ab 50 Jahren (bisher ab 55) alternativ Anspruch auf zwei Früherkennungskoloskopien im Mindestabstand von zehn Jahren. Grund: Männer erkranken häufiger und vor allem früher an Darmkrebs erkranken als Frauen. Ab dem Alter von 55 Jahren können auch Frauen zwischen einem Test auf okkultes Blut im Stuhl aller zwei Jahre oder zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren wählen.

Angebote zur Früherkennung nutzen

Wird die Vorsorge erst ab dem 65. Lebensjahr genutzt, besteht nur Anspruch auf eine Früherkennungskoloskopie. Wichtig: Koloskopien, die zur Abklärung auffälliger Befunde oder unklarer Beschwerden übernehmen Krankenkassen jederzeit und altersunabhängig.

Obwohl die Chancen auf Heilung bei frühzeitiger Entdeckung von Darmkrebs sehr gut sind, nutzen bislang nur etwa 20 Prozent der Anspruchsberechtigten das kostenfreie Früherkennungsangebot. Das will der Gesetzgeber mit einem Einladungsverfahren ändern. Ab Mitte des Jahres schreiben die Krankenkassen jetzt aller fünf Jahre ihre anspruchsberechtigen Versicherten an und informieren zu Ablauf, Risiken und Chancen der Darmkrebsfrüherkennung. Ziel ist, die Teilnahme an dieser wichtigen Früherkennungsuntersuchung zu erhöhen.

Dieser Text erschien ursprünglich in der Verlagsbeilage "Medizin Heute".