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Keine Hoffnung mehr für Görlitzer Regional-Busse

Nachdem die Niederschlesische Verkehrsgesellschaft ihrem Personal vorsorglich gekündigt hatte, steht nun das Aus dieses Betriebes endgültig fest.

© Archivfoto: André Schulze

Von Ralph Schermann

Das Aus für die Niederschlesische Verkehrsgesellschaft Görlitz (NVG) ist besiegelt. Hoffnungen der Geschäftsführung auf einen Weiterbetrieb 2018 als eine Art auslaufendes Übergangsjahr haben sich nicht erfüllt. „Die Verhandlungen dazu sind ergebnislos beendet worden“, bestätigte NVG-Geschäftsführer Frank Müller. Damit endet am 31. Dezember der Betrieb.

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Der Betriebsratsvorsitzende Frank Knötig hatte bereits im Juli eingeschätzt: „Für Außenstehende ist das nicht nachvollziehbar, für uns war diese Entwicklung vorhersehbar.“ Die Arbeitnehmervertretung sieht ebenso wie die Gewerkschaft Verdi das Unternehmens-Ende im Verkauf von Anteilen. „Wir waren mit rund 75 Bussen und zwei Betriebshöfen in den Städten Görlitz und Weißwasser gut aufgestellt, bis wir mit Einsparungen für die Marktwirtschaft, fit gemacht‘ wurden“, erinnerte Knötig. Die erste Einsparung sah so aus, dass 30 von hundert Kollegen gehen mussten. 2012 verlor die NVG dann die Konzession ihrer Überland-Linien an das Bautzener Unternehmen Regiobus Oberlausitz (RBO). „Keiner hat damals verstanden, warum uns die Politik die Linien wegnahm, denn wir waren immer zuverlässig“, überlegt Busfahrer Michael Haase, auch ein Betriebsratsmitglied. 2012 waren erneut 30 Kollegen zu viel. Durch große Anstrengungen von Geschäftsführung und Betriebsrat gelang es, bis auf einen Kollegen alle in andere Verkehrsunternehmen zu vermitteln. Die andere Hälfte verblieb, weil die NVG für fünf Jahre einen Subunternehmervertrag bei der RBO aushandelte und damit einige Fahrten des bestehenden Netzes weiter bediente. Dieser Vertrag läuft 2017 aus. Deshalb erhielten bereits Ende Mai alle 30 Busfahrer und Werkstattmitarbeiter der NVG die Kündigungen. „Unser Unternehmen ist tarifgebunden und muss deshalb Kündigungsfristen von bis zu sieben Monaten berücksichtigen“, begründete Frank Müller trotz weiterer Gespräche mit der RBO. Er wollte für 2018 wenigstens im Schüler- und Linienverkehr noch Zuschläge erhalten. Das entspräche auch dem Modus anderer für die RBO tätigen Subunternehmer, die seit 2012 ihre Verträge Jahr für Jahr auffrischen müssen. Da diese Option nicht glückte, erweist sich im nachhinein trotz Gewerkschaftsklagen die rechtzeitige Ausreichung der Kündigungen als richtig.

Jetzt geht es nur noch darum, erneut so viele Mitarbeiter wie möglich in andere Verkehrsunternehmen zu vermitteln. Angebote dafür gibt es, sagt Müller, wenn auch aus teilweise entfernt gelegenen Betrieben wie in Potsdam oder Bad Belzig.