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Keine legalen Graffiti für Prohlis

Die Grünen fordern von der Stadt öffentliche Flächen für Sprühkunst. Das wurde im Ortsbeirat heftig diskutiert.

Von Nora Domschke

Grünen-Stadtrat Torsten Schulze hatte es am Montagabend schwer: Im Prohliser Ortsbeirat stellte er einen Antrag seiner Fraktion vor, mit dem die Grünen die Graffiti-Szene in Dresden unterstützen wollen. Demnach soll die Stadt prüfen, wo es in Dresden geeignete Flächen für die gesprühten Kunstwerke gibt. Das könnten Wände von Kitas, Schulen oder Rathäusern sein, erklärt Schulze. Damit soll diese Form der zeitgenössischen Kunst und die Dresdner Jugendkultur gefördert werden.

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Von der Nutzung der öffentlichen Flächen verspricht sich die Fraktion außerdem, dass illegale Sprühereien nachlassen. Einige Ortsbeiräte bezweifelten jedoch den Präventionscharakter des Projektes. Besonders scharf kritisierte FDP-Ortsbeirat Gerhard Staudinger das Vorhaben. „Ich finde es einfach überflüssig, weil es schon genug derartige Projekte in der Stadt gibt“, sagt er. Dabei verweist er auf den geplanten Graffiti-Park am Alexander-Puschkin-Platz. Dort sollen im Herbst legale Graffitiflächen entstehen. Dafür investiert die Stadt etwa 70.000 Euro. Mit dem Jugendhaus Spike in der Karl-Laux-Straße gebe es ebenfalls ein entsprechendes Angebot.

Schulze hält dagegen, dass die Stadt ja keine zusätzlichen Flächen schaffen soll, sondern lediglich leere Wände an öffentlichen Gebäuden zur Verfügung stellen könnte. Roberto Bäcker, der am Montag Ortsamtschef Jörg Lämmerhirt vertrat, machte zudem deutlich, dass die Kurse im Spike ausgebucht sind und die Nachfrage bei Jugendlichen sehr groß ist. Projekte, wie die bunten Graffiti an den Brückenbögen am Bahnhof Mitte, sind gute Beispiele für die Kunst im öffentlichen Raum, so Bäcker. Auch die beiden Grünen-Ortsbeiräte Julia Günther und Rüdiger Kubsch verteidigten den Antrag. Trotzdem wurde er anschließend abgelehnt.