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Keine Tempolimits in Weißenberg

Die von der Stadt gewünschten Geschwindigkeitsbegrenzungen hat der Landkreis abgelehnt. Nun gibt es andere Ideen.

© Uwe Soeder

Von Kerstin Fiedler

Die gesunde Drittelstunde

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Weißenberg. Das Durchfahrverbot für Lkw durch Weißenberg von Kotitz aus kommend hat die Verwaltung und sicher auch die betroffenen Bürger gefreut. Dennoch gibt es noch mehr Wünsche der Stadt. Die werden jedoch kaum beachtet.

So wünscht sich Weißenbergs Bürgermeister Jürgen Arlt (parteilos) auf der knapp einen Kilometer langen Strecke zwischen Kotitz und dem Ortseingang von Weißenberg eine Reduzierung der Geschwindigkeit. „Am liebsten wären mir 50 km/h“, sagt Arlt. Doch dies wird ein Wunsch bleiben. In der Straßenverkehrsbehörde des Landratsamtes sieht man dafür keinen Anlass. „Verkehrszeichen dürfen nur dort angeordnet werden, wo dies aufgrund der besonderen Umstände zwingend geboten ist“, heißt es in der Antwort des Landratsamtes. „Besondere Umstände sind auf der S 111 zwischen Kotitz und Weißenberg nicht zu erkennen. Die gesamte Strecke wird regelmäßig von Radfahrern genutzt, Unfälle mit Radfahrern sind nicht bekannt“, heißt es weiter. Letztlich dürfe der Kraftfahrer nur so schnell fahren, dass er sein Fahrzeug jederzeit sicher beherrscht. „Der Gesetzgeber hat damit bewusst die Eigenverantwortlichkeit der Verkehrsteilnehmer gestärkt“, sagt ein Sprecher des Amtes. Und auch die gewünschte 30er-Zone rund um den Markt lehnt das Amt ab. Gerade weil dort viele Kurven sind und auch das Kopfsteinpflaster nicht zum Rasen verleitet, „fahren in diesem Bereich die Autos keine überhöhten Geschwindigkeiten, sondern passen sich den örtlichen Gegebenheiten an“, so das Amt.

Mit Fachleuten zusammensetzen

Dass die Stadt auch die Überquerung von der Mittelschule zum Schützenhaus und damit zur Bushaltestelle sicherer machen und dort auch eine 30er Zone haben will, davon wisse die Verkehrsbehörde jedoch noch nichts. „Falls dies gewünscht wird“, heißt es, „ist für die Entscheidung dann eine separate Verkehrsschau gemeinsam mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), der Stadt Weißenberg, der Polizei und unserem Amt erforderlich.“ Jürgen Arlt wundert diese Aussage, denn eigentlich ist der Bürgermeister bereits mit dem Bautzener Niederlassungsleiter des Lasuv vor Ort gewesen. „Aber wir wollen auch keinen Schnellschuss“, sagt Arlt. Ihn ärgert es, dass die Ämter meist nur sagen, was alles nicht geht. Klar sei noch nichts passiert, „aber muss denn immer erst was passieren, ehe man reagiert?“, fragt er. Deshalb wird er sich jetzt selbst mit Fachleuten zusammensetzen, um zu sehen, welche Lösung an der Stelle der Mittelschule möglich ist. „Wir sind gerade dabei, eine Idee zu entwickeln, die wir dann einreichen werden“, sagt Jürgen Arlt. „Als Nicht-Fachmann wird man einfach allein gelassen. Ich kann doch nicht einschätzen, ob eine Querungshilfe hier besser ist als zum Beispiel eine Bedarfsampel“, sagt Arlt. Schließlich müssen hier nicht nur die Mittelschüler über die Straße. Auch Kita- und Grundschulkinder gehen dort über die Straße zur Sporthalle. Berücksichtigt werden muss an dieser Stelle auch der Busverkehr. Am Schützenhaus gibt es keine geschützte Haltestelle, nur gegenüber an der sogenannten Pferdewiese befindet sich eine Busbucht. Wichtig ist dem Bürgermeister bei der Lösung zwischen Schule und Schützenhaus, dass die Stadt Weißenberg nicht allein die Kosten dafür tragen muss.