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„Keine Wohnungen in der Jahnhalle“

Die Meißner Bürgerstiftung steht in den Startlöchern. Am 25. November sollen die Stadträte überzeugt werden.

© Claudia Hübschmann

Von Stephan Hönigschmid

Meißen. Die Pläne für die Meißner Bürgerstiftung werden immer konkreter. Nachdem kürzlich der Geschäftsführer der Dresdner Bürgerstiftung, Winfried Ripp, in Meißen zu Gast war, bereitet die Initiative um Ina Heß die nächsten Schritte vor.

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„Wenn wir den Zuschlag für die Jahnhalle bekommen, werden wir zunächst eine treuhänderische Stiftung unter dem Dach der Dresdner Stiftung gründen“, sagt Heß und fügt an: „Auf diese Weise brauchen wir nicht so viel Kapital und der Verwaltungsaufwand hält sich in Grenzen.“

Dennoch möchten die Meißner schnell auf eigenen Beinen stehen. „Wir werden zeitnah eine eigenständige Stiftung ins Leben rufen. Das dauert aber ein halbes Jahr“, sagt die 54-Jährige. Bisher handelt es sich bei den etwa 70 Unterstützern lediglich um eine Initiative, die sich allerdings nicht mehr so nennen muss.

„Herr Ripp hat uns geraten, dass wir uns lieber als Bürgerstiftung Meißen in Gründung bezeichnen sollten“, so Heß. In jedem Fall soll es nach Angaben der 54-Jährigen nur eine Bürgerstiftung geben, wenn die Stadt die Jahnhalle samt Areal an die Initiative vergibt. In dem denkmalgeschützten Gebäude sowie auf dem Grundstück soll eine Bewegungslandschaft mit Spiel- und Sportgeräten entstehen, die ausdrücklich nicht an einen Verein gebunden sein, sondern allen Menschen offen stehen soll. „Wir haben das einzige Konzept, das keine Wohnbebauung vorsieht“, sagt Heß. Der Meißner Malermeister Bill Quaas, der sich ebenfalls für das Projekt engagiert, ergänzt: „Wir sind zum Glück eine Stadt mit viel innerstädtischem Grün. Es wäre irre, auf dem Areal eine gedankenlose Architektur hinzusetzen.“

Breite Unterstützung

Am 25. November haben die Mitglieder der Stiftung in Gründung Gelegenheit, die Stadträte des Verwaltungsausschusses von ihrer Idee zu überzeugen. Ein treffendes Argument dürfte sicherlich die integrierende Wirkung der geplanten Stiftung sein. Der jüngste Unterstützer ist momentan 15 und der älteste 73 Jahre alt. Zudem kommen alle Bevölkerungsschichten wie zum Beispiel Lehrer, Handwerker und Arbeiter zusammen, um gemeinsam etwas für die Stadt zu tun. Die Motive sind dabei ganz unterschiedlich. „Meine Kinder haben noch in der Halle geturnt. Ich würde mich freuen, wenn sie für die Öffentlichkeit erhalten bleibt“, sagt die 48-jährige Katrin Witte. Persönliche Erinnerung an die Jahnhalle hat auch Bill Quaas. „Ich hatte hier als Berufsschüler Sport“, denkt der 55-Jährige an frühere Zeiten zurück.

Sollte es zur Gründung der Stiftung kommen, würde diese nach eigenen Angaben zunächst über ein Stiftungskapital von 10 000 Euro verfügen. Im Vergleich zur Dresdner Bürgerstiftung, die auf ihrer Homepage ein Kapital von drei Millionen Euro ausweist, ist das nicht viel, aber die Dresdner Stiftung gibt es ja auch schon 16 Jahre. Gearbeitet wird bei einer Stiftung nicht mit dem Kapital an sich, sondern mit den Kapitalerträgen. Da es momentan praktisch keine Zinsen gibt, wären die aber nicht sehr hoch. „Das ist uns bewusst, allerdings ist die Stiftung ja für einen sehr langen Zeithorizont gedacht. Außerdem können wir ja auch Fördergelder beantragen und Spenden einwerben“, sagt Heß.

Fest steht bisher, dass auch die Halle selbst ins Stiftungskapital eingebracht werden soll. „Dies würde festschreiben, dass die Jahnhalle unveräußerlicher Bestandteil der Stiftung ist“, sagt Heß.