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Keine Zeit für Grünbach-Sanierung

© Marko Förster

Im Sommer kann in Rathen nicht gebaut werden, im Rest des Jahres ist es untersagt. Das liegt an laichenden Fischen.

Von Gunnar Klehm

Kurort Rathen. Die Fördermittel sind genehmigt, Baufirmen könnten loslegen. Dennoch kann die Gemeinde nichts gegen das weitere Abbrechen der Sohle des Grünbachs an der Elbmündung unternehmen. Dabei wäre das dringend notwendig. Seit dem Starkregen im Juni 2015 klaffen etliche Löcher in der Bachsohle und es taucht ein Pflasterstein nach dem anderen in die Elbe ab. Die Gemeinde hätte das gern kurz vor oder kurz nach der Haupt-Tourismus-Saison reparieren lassen. Doch das Vorhaben hat das Landesumweltamt vorerst gestoppt.

Grund ist, dass der Grünbach ein potenzielles Salmonidengewässer ist. Das bedeutet, dass dort Lachse oder Forellen zum Laichen erwartet werden. An solchen Gewässern darf vom 1. Oktober bis zum 30. April nicht gebaut werden. Ausnahmen sind nur möglich, wenn Gefahr im Verzug wäre oder eine Gefährdung für Leib und Leben besteht.

Damit will sich die Gemeinde nicht so einfach abfinden. Sie hat die Baumaßnahme erst mal ausgesetzt, denn während der touristischen Hauptsaison an dieser hochfrequentierten Stelle Baufahrzeuge auffahren zu lassen, sei ein zu großes Risiko, erklärt Bürgermeister Thomas Richter (parteilos). Und diese Einschätzung kommt nicht von ungefähr. Niederrathen ist ein komplett verkehrsberuhigter Bereich. Unmittelbar an der Grünbach-Mündung ist auch der Anleger der Gierseilfähre, die große Mengen an Gästen von einem Ufer ans andere bringt. Noch schwerer wiegt allerdings, dass es eben in diesem Bereich 2005 einen tödlichen Unfall mit einem Baufahrzeug gab. Aus Sicht der Gemeinde wäre deshalb sehr wohl eine Gefährdung von Leib und Leben gegeben, wenn während der Hochsaison gebaut werden würde.

Inzwischen habe es zwar eine Vor-Ort-Begehung mit der Fischereibehörde gegeben. Das Ergebnis ist aber noch nicht bekannt. Sollte es aber einen für alle akzeptablen Bauzeitraum geben, müsste der in der Zeit bis Ende nächsten Jahres liegen. Bis dahin gilt die Bewilligung der Fördermittel für das Bauprojekt.