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Fünf Fragen zu Dynamos 0:1 in Heidenheim

Die Dresdner verlieren erneut, geben diesmal aber keinen Vorsprung aus der Hand, sondern laufen erfolglos einem Rückstand hinterher.

Heidenheims Nikola Dovedan erzielt das 1:0.
Heidenheims Nikola Dovedan erzielt das 1:0. © Stefan Puchner / dpa

Zweite Niederlage im zweiten Spiel nach der Winterpause, der Fehlstart ins neue Jahr ist perfekt. Der Trend spricht nicht für Dynamo: Von den vergangenen fünf Partien verlor die Mannschaft vier. Gegen Heidenheim waren die Dresdner zunächst zu passiv, nutzten die Chancen nicht und wurden für einen Fehler in der Defensive bestraft. Nach der Pause hatten beide Mannschaften Möglichkeiten, die sie ausließen. Zudem verhinderte Markus Schubert mit zwei Paraden weitere Gegentreffer. Die SZ beantwortet nach dem 0:1 die wichtigsten Fragen:

Warum war so lange nichts los?

Walpurgis hatte offenbar die Marschroute vorgegeben, zunächst sicher zu stehen. Die Verunsicherung nach der Bielefeld-Pleite war zu spüren. Die Mannschaft zog sich bis hinter die Mittellinie zurück, störte deutlich später als noch vor vier Tagen. Die Heidenheimer wollten ebenfalls kein Risiko eingehen, schoben den Ball immer wieder durch ihre letzte Reihe. Heraus kam eine tempoarme Halbzeit mit vielen Fehlern auf ganz niedrigem Zweitliga-Niveau. Lediglich Moussa Koné hatte zwei Möglichkeiten, bei der ersten verfehlt er aus acht Metern das Tor knapp. Auf der anderen Seite fliegt der Ball nach einem Schuss des Ex-Cottbusers und Ex-Auers Arne Feick knapp am Pfosten vorbei. Eine magere Ausbeute für 45 Minuten.

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Wurde es nach der Pause besser?

Der am Rücken angeschlagene Brian Hamalainen blieb in der Kabine, für ihn kam Linus Wahlqvist. Dynamo wurde mutiger, kam innerhalb von sechs Minuten zu mehr Abschlüssen als in der gesamten ersten Hälfte, doch Osman Atilgan und Erich Berko scheiterten am Keeper Kevin Müller. Allerdings blieb es nur ein Strohfeuer, Heidenheim boten sich nun Räume für Konter, die sie jedoch nicht nutzten. Nikola Dovedan, Feick, die eingewechselte Klub-Ikone Marc Schnatterer und Sebastian Griesbeck vergaben. In Dynamos Schlussoffensive kamen Berko und Jannik Müller zum Abschluss, blieben aber erfolglos. Koné flog in der Nachspielzeit knapp an einer Eingabe vorbei.

Heidenheims Nikola Dovedan erzielt das 1:0. 
Heidenheims Nikola Dovedan erzielt das 1:0.  © Stefan Puchner/dpa
Der Ball landet zum 0:1 im Tor, Dresdens Torwart Markus Schubert ist machtlos.
Der Ball landet zum 0:1 im Tor, Dresdens Torwart Markus Schubert ist machtlos. © imago sportfotodienst
Dresdens Jannik Müller sieht die Gelbe Karte.
Dresdens Jannik Müller sieht die Gelbe Karte. © imago sportfotodienst
Dresdens Cheftrainer Maik Walpurgis ist mit dem Spiel gar nicht zufrieden.
Dresdens Cheftrainer Maik Walpurgis ist mit dem Spiel gar nicht zufrieden. © imago sportfotodienst
Heidenheims Robert Glatzel (l) und Jannik Müller von Dresden kämpfen um den Ball. 
Heidenheims Robert Glatzel (l) und Jannik Müller von Dresden kämpfen um den Ball.  © dpa
Heidenheims Patrick Mainka (r) und Moussa Kone von Dresden liefern sich ein Kopfballduell. 
Heidenheims Patrick Mainka (r) und Moussa Kone von Dresden liefern sich ein Kopfballduell.  © dpa
Heidenheims Trainer Frank Schmidt (Heidenheim) gibt Anweisungen.
Heidenheims Trainer Frank Schmidt (Heidenheim) gibt Anweisungen. © Stefan Puchner / dpa
Heidenheims Nikola Dovedan (r) und Sebastian Griesbeck beglückwünschen sich neben Moussa Kone von Dresden zum Sieg. 
Heidenheims Nikola Dovedan (r) und Sebastian Griesbeck beglückwünschen sich neben Moussa Kone von Dresden zum Sieg.  © dpa

Wie fiel das Tor des Tages?

Aus heiteren Himmel. Als der Gastgeber einmal das Tempo anzog, war die Dynamo-Defensive überrascht. Marnon Busch sprintete auf der rechten Außenbahn, Baris Atik störte nur halbherzig. Nach der Eingabe stand Nikola Dovedan völlig blank, ließ mit einem Haken Osman Atilgan aussteigen sowie Erich Berko und Rico Benatelli ins Leere laufen. Sein satter Linksschuss von der Strafraumgrenze ging ins rechte Eck (35.).

Baute Walpurgis die Startelf um?

Nur auf einer Position - und das musste er auch. Marco Hartmann hatte gegen die Arminia nach einer Notbremse die Rote Karte gesehen, wurde für ein Spiel gesperrt. Für ihn rückte überraschend nicht Dario Dumic in die Abwehrkette, sondern Florian Ballas, der im Trainingslager wegen eines Hexenschusses ausgefallen war. Dzenis Burnic fehlte im Kader. Den 20-jährigen Defensivspieler hatte Dynamo am Donnerstag als Ersatz für den nach England abgewanderten Philip Heise ausgeliehen. „Es wäre schwierig, ihn ohne Mannschaftstraining dazu zu nehmen“, sagte Walpurgis über den Neuzugang von Borussia Dortmund.

Wie reagierten die Fans auf die Niederlage?

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Das sagen die Trainer zum 0:1

Maik Walpurgis, Dynamo Dresden:

"In der ersten Hälfte hatten wir durch Moussa Koné zwei Dosenöffner-Situationen. Bei der ersten Chance muss er ein Tor machen, da hatte ich schon gerechnet, dass wir in Führung gehen. Dass wir dann das Gegentor aus einer geordneten Situation kassieren, ist ärgerlich. Nach der Pause hat die Mannschaft auf den Ausgleich gedrängt, Heidenheim bekam Platz zum Kontern. Die kämpferische und leidenschaftliche Leistung war in Ordnung. Dass die Fans sich nicht freuen, ist klar, aber ich glaube, sie haben gesehen, dass sich jeder Einzelne für den Erfolg zerrissen hat." 

Frank Schmidt, 1. FC Heidenheim 1846:

"Der Gegner hat sich anfangs weit zurückgezogen, und wir fanden keinen Weg in die Tiefe. Zum Glück hat Moussa Koné seine Chancen nicht genutzt. Beim Tor haben wir zum ersten Mal den Raum auf unserer rechten Seite genutzt. Nikola Dovedan macht es dann richtig gut, profitiert von seiner Beidfüßigkeit. In der zweiten Halbzeit verpassen wir es, für die Entscheidung zu sorgen, weil wir den letzten Pass ausgelassen, den Abschluss gesucht haben statt den Kopf hochzunehmen. Dadurch blieb es bis zum Schluss ein offenes Spiel."

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