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Khaled-Prozess dauert länger als geplant

Im Prozess um den Tod eines 20-jährigen Asylbewerbers aus Eritrea sind die erwarteten Plädoyers am Mittwoch überraschend nicht gehalten worden.

Dresden. Im Prozess um den Tod eines 20-jährigen Asylbewerbers aus Eritrea sind die erwarteten Plädoyers am Mittwoch überraschend nicht gehalten worden. Die Verteidiger des 27-jährigen Angeklagten, einem Mitbewohner des Opfers, bestanden vor dem Landgericht Dresden darauf, zuvor noch einen Freund des Opfers zu befragen. Da auch der psychiatrische Sachverständige an der Befragung teilnehmen muss, konnte er sein Gutachten zur Schuldfähigkeit des Angeklagten nicht mehr präsentieren, so dass die Schwurgerichtskammer gezwungen war, weitere Prozesstage anzusetzen. Ein Urteil wird nun nicht mehr vor Ende Oktober erwartet.

Der Angeklagte Hassan S. soll Khaled I. im Januar dieses Jahres bei einem Streit ums Wäschewaschen erstochen haben. Er muss sich wegen Totschlags verantworten. S. hatte mit Khaled und weiteren sechs jungen Männern aus Eritrea in einer Dresdner Wohngemeinschaft gelebt. Der Angeklagte sagte, er sei zuvor von Khaled angegriffen und geschlagen worden. Ein Bekannter von ihm, ein 24-jähriger Asylbewerber aus Eritrea, bestätigte am Mittwoch, dass er Khaled kritisiert hatte, weil dieser als Muslim Bier getrunken habe und nicht zum Deutsch-Unterricht gegangen sei.

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Der Tod des Asylbewerbers hatte mit Blick auf die islamfeindliche Pegida-Bewegung großes Aufsehen erregt und eine politische Debatte ausgelöst. Der Prozess wird kommenden Mittwoch fortgesetzt. (dpa)