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Kiebitzer fürchten um Rarität

Die Forstarbeiten im Park gehen voran. Die Bürger sehen dadurch die Märzenbecherwiese bedroht.

© André Braun

Von Eric Mittmann

Großes Glück kann so klein sein

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Ostrau. Heftige Diskussionen, hitzige Wortgefechte. Beim zweiten Ortschaftsrat 2018 ging es am Mittwochabend in Kiebitz alles andere als friedlich zu. Der Grund: Die Forstarbeiten im Park unmittelbar beim ehemaligen Rittergut sowie die sich darin befindende Märzenbecherwiese. Diese gilt laut Internetseite der Gemeinde Ostrau sogar als Sehenswürdigkeit. Bei den Märzenbechern handelt es sich um eine im Frühjahr blühende Pflanzenart, die in Deutschland sogar unter Naturschutz steht.

Nun fürchten die Kiebitzer um das weitere Gedeihen, weil immer wieder Baufahrzeuge darüber fahren würden. „Die Wiese war früher weiß, von vorn bis hinten. Warum fahren denn da jetzt immer Autos durch?“, hieß es vonseiten der Bürger.

Petra Teichert vom Ordnungsdienst der Gemeinde Ostrau begründete das mit der Notwendigkeit der Forstarbeiten. „Die Verwaltung hat die Hinweise auf die Wiese ernst genommen, aber wir mussten handeln. Wir haben schon die rote Karte bekommen, weil die Bäume nicht mehr sicher sind“, erklärte Teichert.

Doch auch die Arbeiten selbst stoßen mittlerweile auf Kritik. Auf den Wegen würde Astwerk liegen, der Park habe noch nie so ausgesehen wie jetzt. „Vielleicht haben die Revierförster ja im Übereifer zu viel angezeichnet.“ Gemeint ist die Menge der zu bearbeitenden Bäume. Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) sagt jedoch, dass einige Vorwürfe zu Unrecht gemacht würden. „Wir haben uns darum bemüht, dass die Fällungen im Einklang mit den Kiebitzern verhindert werden. Dann haben einige schlaue Köpfe sich auch noch daran gemacht, die Markierungen zu entfernen. Bitte verzeihen Sie, aber wenn einige dieser Baumschützer plötzlich von eben diesen Bäumen geschädigt werden, halte ich das fast schon für Slapstick“, sagt der Bürgermeister.

Auf das Zurücklassen des Astwerkes sei man vonseiten des Naturschutzbundes hingewiesen worden. „Uns wurde gesagt, dass es sinnvoll sei, wenn beispielsweise natürliches Holz im Bachlauf liegt“, so Petra Teichert. Wie viel letztendlich tatsächlich zurückbleibt, wolle man nach Abschluss der Arbeiten entscheiden. Und auch in Bezug auf die Märzenbecher konnten die Gemüter vorerst besänftigt werden.

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