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Sport

Corona-Frei zu den Olympischen Spielen?

Vielerorts trainieren deutsche Athleten nur eingeschränkt oder gar nicht. Das Trainingszentrum Kienbaum hätte eine Lösung sein können.

Der Weg nach Tokio ist für viele deutsche Sportler schwieriger, wenn nicht gar unmöglich geworden.
Der Weg nach Tokio ist für viele deutsche Sportler schwieriger, wenn nicht gar unmöglich geworden. © Jae C. Hong/AP/dpa

Präsident Alfons Hörmann vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sorgt sich um die Gesundheit der deutschen Top-Athleten, die in Zeiten der Coronakrise plötzlich nicht mehr trainieren könnten. Dabei gehe es eben nicht darum, so Hörmann, wieviele Medaillen bei möglichen Olympischen Spielen in Tokio zu holen sind. Ein angedachtes Trainingszentrum in Kienbaum ist inzwischen kein Thema mehr.

"Die Athletinnen und Athleten haben sich bis vor wenigen Tagen noch im Hochleistungsmodus befunden und stehen plötzlich vor der Situation, dass sie von heute auf morgen nicht mehr trainieren können", sagte Hörmann und erklärte, dass man auf diese Situation vonseiten des DOSB reagieren müsse.

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Deshalb prüfe der DOSB die Möglichkeit, wie man auch die professionelle Betreuung der Athleten in Sachen Gesundheit gewährleisten könne. Und da gehe es um die Frage, kann das an den Olympiastützpunkten in Deutschland oder zentral in einem Leistungszentrum wie etwa Kienbaum östlich von Berlin geschehen, "dem Kompetenzzentrum rund um den Sport und rund um die Gesundheit von Athleten", wie Hörmann meinte.

Angedachte Konzeption zu riskant

Doch diese Idee ist vom Tisch. Das teilte der DOSB am Donnerstag mit. "Nach intensiver Prüfung der Option möglicher zentraler Trainingsmaßnahmen für zahlreiche Athlet*innen des Team Deutschland im Bundesleistungszentrum Kienbaum sind wir unter Einbeziehung von Expert*innen zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Umsetzung in der angedachten Form aktuell nicht zu verantworten ist", hieß es in einer Mitteilung. Wegen der Ansteckungsgefahr stecke "in der angedachten Konzeption ein zu hohes Risiko für unsere Athlet*innen und die Allgemeinheit."

Beachvolleyball-Vizeweltmeister Clemens Wickler hatte schon zuvor Bedenken angemeldet: "Ich halte Kienbaum nicht für den richtigen Ansatz. Wo ist da der Sinn, die ganze deutsche Mannschaft in einen Ort zu stecken? Wenn sich da einer ansteckt, können wir den Laden dicht machen", sagte Wickler: "Ich finde es sinnvoller, wenn jeder an seinem Ort trainiert und so wenig wie möglich soziale Kontakte hat."

Die Zahl der Kaderathleten, die aus dem Hochleistungsmodus gerissen worden seien, bezifferte Hörmann auf 4.000, 500 bis 600 davon hätten eine Chance auf die Teilnahme in Tokio gehabt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will derzeit noch nicht entscheiden, ob die für den Zeitraum vom 24. Juli bis 9. August geplanten Sommerspiele womöglich wegen der Corona-Pandemie verschoben werden müssen. (sid)