Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Merken

Kiesdorfer wollen Tempo 70

Die Schulkinder sollen sicher zum Bus kommen. Aber auch Pferde sind betroffen.

Teilen
Folgen
NEU!
© SZ Thomas Eichler

Von Steffen Gerhardt

Besonders am Nachmittag ist Geduld nötig, wenn Heike Elwig mit der Kutsche über die Staatsstraße in den Ort Kiesdorf hineinfahren möchte. Nicht nur, dass auf der Straße von Schönau-Berzdorf nach Tauchritz viel Verkehr unterwegs ist, sondern auch schnell. „Das kann zum Problem werden, wenn man über die Straße will“, sagt die Reitlehrerin. Denn meist ist sie nicht allein auf dem Kutschbock, da sie künftige Kutscher im Fahren ausbildet. Oft wird von den Kraftfahrern nicht mal das Tempo gedrosselt, wenn sie Pferde an der Straße stehen sehen, kritisiert Heike Elwig.

Sie ist es aber nicht allein, die gefährdet ist. Nicht weit von dieser außerorts befindlichen Kreuzung in Nieder Kiesdorf befindet sich eine Bushaltestelle. Dort warten morgens die Kinder auf die Schulbusse in Richtung Schönau-Berzdorf und Bernstadt und steigen nachmittags an dieser Stelle wieder aus. Für Ortsvorsteher Steffen Wilke ein unhaltbarer Zustand. „Vor allem an der Straßenseite nach Schönau stehen die Kinder fast auf der Straße“, kritisiert der Kiesdorfer. Dort ist nur eine kleine Stellfläche vorhanden. Hinzu kommt, dass bei Regen und Schnee sich die Schüler im gegenüberliegenden Bushäuschen aufhalten und über die Straße laufen müssen, um in den Bus einzusteigen. Dass es an der Bushaltestelle noch zu keinem Unfall gekommen ist, grenzt nach Ansicht des Ortsvorstehers an ein Wunder. Trotzdem plädiert der Ortschaftsrat dafür, dass an der Kreuzung und der Bushaltestelle Reiterhof die Geschwindigkeit auf 70 km/h gedrosselt wird.

„Das würde auch uns mehr Sicherheit bringen“, sagt Reiterhof-Besitzer Hans-Jürgen Rafelt. Zwar halten sich die Reitschüler auf der Koppel am Reiterhof auf und trainieren auch dort. Aber die Kutschen müssen raus auf die Straße. Hinzu kommt, dass einige Kinder mit dem Fahrrad zum Reiten kommen und somit die gefährliche Kreuzung überqueren müssen.

Die Forderung nach einer „70“ steht nicht erst in diesen Tagen. Sondern seit 2007, erklärt der Ortsvorsteher. Damals wurde ein Fahrradfahrer schwer verletzt, als er die Staatsstraße überqueren wollte und dabei von einem Auto erfasst wurde. Wenig später ist in diesem Bereich zwar die Geschwindigkeit auf 70 km/h begrenzt worden, aber das war nicht von Dauer. In dieser Zeit wurde die Straßenbrücke über die Gaule erneuert. Danach galt wieder freie Fahrt auf der S 129.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates sprach Steffen Wilke eine Geschwindigkeitsbegrenzung an dieser Stelle erneut an, zumal es in diesem Jahr wieder einen Unfall an der Kreuzung gegeben hat. Dieser ging mit Blechschaden glimpflich aus. Dennoch ist der Ortschaftsrat weiterhin für eine „70“ und baut auf die Unterstützung der Gemeinde. Diese Zusicherung gab Bürgermeister Christian Hänel (parteilos). Beim Landkreis soll nun ein Antrag auf einen 70er Bereich gestellt werden.