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Kind macht einen Rückzieher

Der Präsident von Hannover 96 lässt seinen Antrag auf Übernahme der Mehrheitsanteile des Fußball-Bundesligisten überraschend ruhen.

© dpa

Von Christoph Stukenbrock und Kristof Stühm

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Am kommenden DEL2-Punktspielwochenende sind die Dresdner Eislöwen gegen die Heilbronner Falken und die Ravensburg Towerstars gefragt.

Martin Kind ist mit seinen Übernahme-Plänen vorerst gescheitert, doch die Revolution der 50+1-Regel rückt näher: Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat nach einer Präsidiumssitzung zur Causa Hannover 96 eine ergebnisoffene Grundsatzdebatte über den Umgang mit Investoren in der Bundesliga entfacht.

„Aus Sicht des DFL-Präsidiums erscheint es zweckmäßig, in den nächsten Monaten die Formulierung und Umsetzung der 50+1-Regel zu überprüfen und dabei zu erörtern, wie wichtige Prinzipien der gelebten Fußball-Kultur in Deutschland zukunftssicher verankert werden können und ob gleichzeitig neue Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen sind“, gab die DFL bekannt.

Dadurch könnte die viel diskutierte 50+1-Regel schon bald fallen. Bisher dürfen Investoren die Mehrheit an einem Klub bloß dann halten, wenn sie diesen mehr als 20 Jahre ununterbrochen und erheblich gefördert haben. In der Bundesliga gelten entsprechende Ausnahme-Genehmigungen nur für Bayer Leverkusen, den VfL Wolfsburg und die TSG Hoffenheim.

Auch Kind und Hannover 96 hatten einen entsprechenden Antrag gestellt, diesen aber am Montag überraschend ruhen lassen, teilte der Erstligist mit. „Vor diesem Hintergrund ist bis auf Weiteres keine Entscheidung des DFL-Präsidiums in dieser Angelegenheit erforderlich“, gab die DFL bekannt. Die Mehrheitsverhältnisse bei Hannover 96 bleiben demnach unverändert.

Ursprünglich war für Montag eine Entscheidung über Kinds Ausnahmeantrag erwartet worden. Doch seine Chancen waren als eher gering angesehen worden. Er hatte für den Fall eines Scheiterns den Gang vor ein Gericht angedroht.

Der Verein begrüßte die Beschlussfassung der DFL ausdrücklich „als einen großen Schritt in die richtige Richtung. Damit ergeben sich gute Chancen, dass die DFL unter Einbeziehung der in ihr vereinten Klubs einerseits ihrem Gestaltungsauftrag durch eine Modernisierung der Regeln im deutschen Profifußball nachkommt“.

Kinds Gegner, die „Interessengemeinschaft Pro Verein 1896“, nahm die Entwicklung zufrieden zur Kenntnis und forderte in einem Statement: „Wir rufen Martin Kind dazu auf, dem auf der letzten Mitgliederversammlung dokumentierten Mehrheitswillen der Mitglieder des Hannoverschen Sportvereins gerecht zu werden und sein Ansinnen nicht weiterzuverfolgen.“

Nach der nun auch öffentlich gemachten Gesprächsbereitschaft der DFL bezüglich 50+1 dürfte die Freude nicht bloß in Hannover groß sein. So sprachen sich in einer Umfrage der Bild-Zeitung zwölf Bundesligisten für eine Reform aus.

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke positionierte sich deutlich gegen eine Aufweichung und sprach damit vielen Traditionalisten in der Fanszene aus dem Herzen. Dennoch ist die Revolution auf alle Fälle seit Montag deutlich wahrscheinlicher geworden. (sid)