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Kind randaliert im Zittauer Tierpark

Beim Frühlingsfest traktiert ein Kind eine Lehmhütte so sehr, das die jetzt zur Baumaßnahme geworden ist. Deren Erneuerung wird einige Zeit dauern.

© Jan Lange

Von Jan Lange

Zittau. Bernd Großer würde gern nur positive Nachrichten vom jüngsten Frühlingsfest im Zittauer Tierpark verkünden. Immerhin zählten die Tierpark-Mitarbeiter knapp 2000 Besucher – so viele wie bei keinem Frühlingsfest zuvor.

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„Wenn wir beim Tierpark-Fest im August richtig gutes Wetter haben, kommen auch schon mal 2000 Gäste. Bei den anderen Veranstaltungen sind es in der Regel zwischen 1000 und 1500“, sagt Großer. Doch den Erfolg kann er gar nicht richtig genießen. Denn vom jüngsten Fest bleibt auch etwas Negatives hängen: Die Lehmhütte auf dem Hirschberg ist an jenem Sonntag zerstört worden. „Wir haben erst im Nachgang durch einen Eintrag von Besuchern auf unserer Facebook-Seite erfahren, wie es dazu gekommen ist“, berichtet der Tierpark-Chef. Demnach hat ein Kind die Lehmhütte derart traktiert, dass daraus eine handfeste Baumaßnahme geworden ist. Selbst als andere Besucher die Eltern aufgefordert haben, einzuschreiten, hätten sie dies einfach ignoriert.

„Die Hütte war eigentlich abgesperrt, weil sie beim letzten Sturm gelitten hat“, sagt Großer. „Trotzdem darf sich niemand das Recht herausnehmen, sich als Abrissbirne zu betätigen“, fügt er hinzu. Vorher hätte man nur den Lehmputz etwas erneuern müssen, jetzt sei daraus eine große Baumaßnahme geworden. Die Kosten bei einer professionellen Instandsetzung schätzt der Tierpark-Chef auf mindestens 2000 Euro. Diese Summe beinhaltet nur den Personalaufwand, hinzu komme noch das Material. Der Tierpark kann sich dieses Bauvorhaben momentan nicht leisten. Es gibt dringendere Aufgaben, für die bereits größere Summen veranschlagt sind.

Großer findet die Zerstörung auch deshalb ärgerlich, weil die Lehmhütte im Rahmen eines Schülerprojektes des Christian-Weise-Gymnasiums errichtet wurde. Instand gesetzt werden soll sie nach Möglichkeit wieder über ein Schüler- und Jugendprojekt. Doch derartige Workshops finden nur ab und zu im Tierpark statt. Und so gibt es für die jungen Besucher erst einmal eine Spielmöglichkeit weniger.

Die Familie, deren Kind die Lehmhütte zerstört hat, ausfindig zu machen, davon hält Bernd Großer wenig. Da komme nichts dabei heraus, glaubt er. Umso dankbarer ist er allen Besuchern, die die Einrichtung des Tierparks schätzen. „Der überwiegende Teil unserer Besucher achtet das, was wir geschaffen haben“, betont er.